Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn die Knochen zuwenig Phosphat bekommen

21.02.2006


Bei der Osteoporose und anderen Störungen des Knochen-Stoffwechsels scheint das Protein FGF23 eine Rolle zu spielen. Für ihre Forschung auf diesem Gebiet hat Regina Ebert (35) von der Uni Würzburg ein Stipendium der Elsbeth-Bonhoff-Stiftung (Berlin) erhalten, das mit 50.000 Euro dotiert ist.


Röntgenaufnahme der Wirbelsäule einer Osteoporose-Patientin: Etwa in der Bildmitte ist ein gebrochener Wirbelkörper zu sehen (heller dreieckiger Bereich). Bei manchen Osteoporose-Fällen ist die Konzentration des Proteins FGF23 erhöht - ein Zusammenhang, der an der Uni Würzburg erforscht wird.



Mit diesem Geld kann die promovierte Biologin am Lehrstuhl für Orthopädie ihre Studien zur Rolle des Phosphat-Stoffwechsels bei der Osteoporose weiter vorantreiben. Während die meisten Stoffwechselwege vollständig bekannt sind, kann man das vom Phosphat noch nicht behaupten. Doch in den vergangenen Jahren wurden auch hier Fortschritte erzielt, und zwar durch die molekulare Aufklärung seltener Erkrankungen.



Als Beispiel nennt Regina Ebert die "Onkogene Osteomalazie". Diese Störung des Knochen-Stoffwechsels wird durch einen Tumor verursacht: "Die Krebszellen produzieren verstärkt ein Protein, nämlich den Wachstumsfaktor FGF23. Das hat zur Folge, dass über die Niere vermehrt Phosphat ausgeschieden wird." Für die Knochen ist das schlecht, denn sie enthalten viel Phosphat und verdanken diesem Mineral in Verbindung mit Kalzium ihre Festigkeit.

Aber das Protein FGF23, das im Blut messbar ist, hat bei längerfristiger Erhöhung noch andere negative Auswirkungen. In den Nieren hemmt es die Produktion von Vitamin D, was die Stabilität der Knochen ebenfalls beeinträchtigt. Außerdem ist seine Konzentration bei verschiedenen Störungen des Knochen-Stoffwechsels und bei manchen Osteoporose-Patientinnen erhöht, besonders bei entzündungsassoziierter Osteoporose. "Man kann davon ausgehen, dass das Protein den Krankheitsverlauf wesentlich beeinflusst", sagt Dr. Ebert.

Auch bei der normalen Knochenheilung werden erhöhte FGF23-Werte gemessen. Das spreche dafür, dass dieses Protein innerhalb eines Normbereiches auch positiven Einfluss auf die Knochen hat. Die Würzburger Wissenschaftler wollen jetzt seine Rolle für den Knochen-Stoffwechsel klären. Die Studien laufen unter der Leitung von Professor Franz Jakob im Rahmen der Klinischen Forschergruppe "Osteogene Stammzell-Differenzierung und Therapie von Knochenverlust", die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

Zweck der Elsbeth-Bonhoff-Stiftung ist die Förderung von Wissenschaft und Forschung in Deutschland sowie die Entwicklung neuer Präventions- und Heilmethoden auf dem Gebiet der Osteoporose und verwandter Erkrankungen. Die Stiftung ist seit 2002 staatlich anerkannt.

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.elsbeth-bonhoff-stiftung.de/
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Knochen Knochen-Stoffwechsel Osteoporose Phosphat Protein Vitamin D

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Lungenentzündung mit Impfstoffen statt Antibiotika behandeln
21.11.2017 | Universität Zürich

nachricht Energiesparmodus Schlaf
21.11.2017 | Universitätsspital Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Gene für das Risiko von allergischen Erkrankungen entdeckt

21.11.2017 | Studien Analysen

Wafer zu Chip: Röntgenblick für weniger Ausschuss

21.11.2017 | Informationstechnologie

Nanopartikel helfen bei Malariadiagnose – neuer Schnelltest in der Entwicklung

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie