Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

FORINGEN - mit modernen Methoden gegen Infektionskrankheiten

17.02.2006


Ziel des neuen Bayerischen Forschungsverbunds Infektogenomik (FORINGEN) ist, die Diagnostik, Therapie und Prävention von Infektionskrankheiten zu verbessern. Die Bayerische Forschungsstiftung fördert die Forschungsprojekte in den nächsten drei Jahren mit einer Summe von 1,75 Mio. €, die Industriepartner tragen weitere 1,85 Mio. € der Kosten. Sprecher des Verbundes ist Prof. Dr. Dr. Jürgen Heesemann (Max von Pettenkofer-Institut, LMU München). FORINGEN führt Infektionsbiologen der Universitäten Würzburg, Regensburg, Erlangen/Nürnberg sowie der beiden Münchner Universitäten zusammen.


Sichere Diagnose und alternative Therapieansätze

Die aktuelle Aufregung über eine drohende Ausbreitung des Vogelgrippevirus und die mögliche Anpassung des Virus an den Menschen zeigt einmal mehr, wie wichtig die Erforschung von Infektionskrankheiten ist. Dass Wissenschaftler heute viel genauer wissen, wie Erreger sich verändern und anpassen, ist das Verdienst der Genomforscher, die im Laufe der letzten zehn Jahre die Sequenzen zahlreicher Erreger aufgeklärt haben. Infektionskrankheiten sind nach wie vor ein großes Problem: Immer wieder tauchen neue Erreger auf (z. B. SARS), chronische Infektionen nehmen stärker zu und multiresistente Erreger stellen die moderne Medizin vor große Herausforderungen, weil sie sich den gängigen Behandlungsmethoden entziehen. Durch die höhere Bevölkerungsdichte, die industrialisierte Lebensmittelherstellung und die vermehrten Reisen steigt die Gefahr, dass Infektionen außer Kontrolle geraten können.

Die Genomforschung beschreibt die Erkrankung als Kampf zwischen Wirtsgenom und dem sich ständig verändernden Erregergenom. Analog gilt dies auch für Tumorerkrankungen; auch hier ist das Wirtsgenom nicht in der Lage, das entartete Genom der Tumorzelle zu bekämpfen. Mit den modernen Methoden der Genom- und Proteomforschung gewinnen Wissenschaftler nun völlig neue Einblicke in diese Interaktion zwischen Erregern und Wirt. Ein Schwerpunkt des neuen Verbunds ist, - als Voraussetzung für eine effektive Therapie - schnellere, genauere und kostengünstigere Nachweisverfahren für die Erreger zu entwickeln. Die Forscher können diese damit früher identifizieren und ihr krankmachendes Potenzial besser beurteilen. Zusätzlich arbeiten sie daran, die Lebensbedingungen von Krankheitserregern im Labor zu simulieren und so neue Antibiotikatestverfahren zu entwickeln.


Vorbeugen durch Impfung

Impfungen sind der preiswerteste und effektivste Schutz vor Infektionskrankheiten. Viele Impfprinzipien lassen sich wahrscheinlich auch auf die Behandlung von Tumorerkrankungen übertragen. Zur Immunisierung bedienen sich die Wissenschaftler unterschiedlicher Ansätze: dem Einsatz von "Genfähren", die Stoffe ganz gezielt in Zellen schleusen können, oder von DNA-Vakzinen, die eine Virusinfektion nachahmen, und der so genannten "reverse vaccinology". Letztere beruht darauf, das Erbmaterial des Erregers am Computer zu analysieren und dabei gezielt Proteinstrukturen zu finden, die für eine Impfung geeignet sein könnten.

Die wissenschaftlichen Aktivitäten der bayerischen Universitäten in der Infektionsmedizin genießen international höchste Anerkennung. Heesemann ist stolz auf die große Kompetenz im Verbund: "Wir können auf den wertvollen Grundlagen und Erfahrungen aus vier Sonderforschungsbereichen, drei Graduiertenkollegs, einem Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufbauen und sind durch die Kompetenznetzwerke Pathogenomik, Nationales Genomforschungsnetzwerk und die Forschungsverbünde FORGEN I + II und FORIMMUN schon seit 1997 sowohl in Bayern als auch international hervorragend vernetzt."

Kontakt:
Dr. Nadja Huttner
FORINGEN
LMU München
Genzentrum
Feodor-Lynen-Str. 25
81377 München
Tel (089) 21 80-7 67 71
Fax (089) 21 80-7 67 67
E-Mail foringen@lmb.uni-muenchen.de

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.abayfor.de
http://www.abayfor.de/foringen

Weitere Berichte zu: FORINGEN Infektionskrankheit Verbund Wirtsgenom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Licht zur Herstellung energiereicher Chemikalien nutzen
22.05.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Junger Embryo verspeist gefährliche Zelle
22.05.2018 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics