Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuzugang auf der Liste der heimischen Arten: die Nymphenfledermaus

13.02.2006


Nicht mehr als fünf Gramm bringt die Nymphenfledermaus auf die Waage. Rein körperlich ist sie also alles andere als ein Schwergewicht, doch ihr wissenschaftliches Gewicht ist beträchtlich, denn Neuzugänge sind auf der Liste der heimischen Tierarten sehr selten geworden. Myotis alcathoe, benannt nach einer Figur aus der griechischen Mythologie, wurde erst 2001 in Griechenland von einer Forschungsgruppe um Prof. Dr. Otto von Helversen von der Universität Erlangen-Nürnberg entdeckt. Im Sommer vergangenen Jahres gelang den Freiburger Fledermausexperten Dr. Robert Brinkmann und Ivo Niermann in Baden-Württemberg der erste Fang dieser seltenen Art in Deutschland.


Daumengroß, aber bereit zur Gegenwehr: Myotis alcathoe zeigt sich ihren Fängern nicht als leichte Beute. Foto: Ivo Niermann


Griechische Nymphenfledermaus bei der nächtlichen Futtersuche. Foto: Otto von Helversen



Endgültige Sicherheit, dass es sich bei diesem Nachweis auch wirklich um die Nymphenfledermaus handelt, hat nun ein genetischer Test erbracht, den Dr. Frieder Mayer vom Zoologischen Institut in Erlangen vornahm. Er bewies, dass die winzige Nymphe auch in Deutschland zu Hause ist.

... mehr zu:
»Fledermaus »Nymphenfledermaus


Bei einer nächtlichen Exkursion in die Rheinaue zwischen Offenburg und Kehl, wo alte Eichenwälder den Lebensraum bestimmen, fiel der Winzling den Fledermausexperten Brinkmann und Niermann auf. "Als wir unseren Fang in den Händen hatten, kam uns sofort der Verdacht, auf ein außergewöhnliches Tier gestoßen zu sein", erzählt Dr. Brinkmann. Mit Bestimmtheit aber ließ sich die Fledermaus, wie ihre griechischen Artgenossen, erst anhand morphologischer Untersuchungen und vor allem durch genetische Analysen klassifizieren. Allein nach äußeren Merkmalen ist die Nymphenfledermaus nur sehr schwer von der Kleinen Bartfledermaus zu unterscheiden. Beide Arten sind höchstens daumengroß und gehören mit etwa 5g Körpergewicht zu den kleinsten europäischen Fledermäusen überhaupt.

Da nun bewiesen ist, dass die Nymphenfledermaus auch in deutschen Wäldern lebt, ist die Freude bei Dr. Robert Brinkmann und Ivo Niermann entsprechend groß. Prof. Otto v. Helversen freut sich ebenfalls: "Aufgrund unserer Funde in Griechenland und später in Ungarn dachten wir zunächst, dass die Art eher südosteuropäisch verbreitet ist. Aber nach neuen Nachweisen aus Frankreich, der Schweiz und der Slovakei war in den letzten Jahren nicht mehr auszuschließen, dass die Art in Deutschland vorkommt."

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Otto v. Helversen
Lehrstuhl für Zoologie
Tel.: 09131/85 -28051
helver@biologie.uni-erlangen.de

Dr. Frieder Mayer
Tel.: 09131/85 -28055
fmayer@biologie.uni-erlangen.de

Dr. Robert Brinkmann
Tel.: 0761-5932580
Robert.Brinkmann@t-online.de

Ivo Niermann
Tel.: 0511-4377988
I.Niermann@comlink.org

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.biologie.uni-erlangen.de/zoo2/index.htm
http://www.buero-brinkmann.de

Weitere Berichte zu: Fledermaus Nymphenfledermaus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht In Hochleistungs-Mais sind mehr Gene aktiv
19.01.2018 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Warum es für Pflanzen gut sein kann auf Sex zu verzichten
19.01.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie