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Auf der Suche nach neuen Wirkstoffen gegen Malaria & Co.

07.02.2006


Neue Wirkstoffe gegen Tropenerkrankungen und andere Infektionskrankheiten erkennen, gewinnen und molekular charakterisieren: An diesem Ziel arbeitet an der Uni Würzburg seit 2003 der Sonderforschungsbereich (SFB) 630. Vom 12. bis 15. Februar veranstaltet der SFB nun ein internationales Symposium, das weltweit renommierte Forscher aus Chemie, Pharmazie, Physik, Infektionsbiologie und Medizin nach Würzburg führen wird.



Zu dem Kongress "Novel Agents against Infectious Diseases - an Interdisciplinary Approach" werden etwa 180 Teilnehmer aus Deutschland und Europa, den USA und Australien erwartet. Veranstaltungsort ist der Hörsaal A 101 im Biozentrum am Hubland.

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Infektionskrankheiten sind weltweit die Sterbeursache Nummer eins, rund 30 Prozent aller Todesfälle gehen auf ihr Konto. Noch vor wenigen Jahren glaubte man, diese Krankheiten gut in den Griff zu bekommen. Nun aber sieht man sich einer wachsenden Zahl von resistenten Erregern gegenüber. Zudem fehlt es in vielen Bereichen an Impfstoffen. Hinzu kommt, dass gerade bei tropischen Infektionskrankheiten, die ja meist arme Länder betreffen, sich die Entwicklungskosten für neue Medikamente nur schwer wieder hereinspielen lassen. Darum gibt es in der Industrie zu wenige Aktivitäten, um neue Medikamente zu entwickeln.

Deshalb hat es sich der SFB 630 zur Aufgabe gemacht, in einem interdisziplinären Ansatz neue Wirkstoffe aufzuspüren, ihre molekularen Strukturen und ihre physikalisch-chemischen Eigenschaften zu erforschen und ihre Wirkmechanismen zu analysieren. Mit dieser Thematik beschäftigen sich im SFB 14 Projekte mit rund 60 Wissenschaftlern aus den Fakultäten für Chemie und Pharmazie, Biologie, Medizin sowie Physik und Astronomie. Beteiligt sind auch Tropenmediziner aus dem Würzburger Missionsärztlichen Institut.

Sie alle suchen gemeinsam nach neuen Wirkstoffen gegen Erkrankungen, die durch Legionellen (Legionärskrankheit), Leishmanien (Orientbeule; Kala-Aza), Trypanosomen (Afrikanische Schlafkrankheit), Mykobakterien (Tuberkulose), Plasmodien (Malaria), resistente Candida-Arten (Pilzerkrankungen) oder resistente Staphylokokken (z. B. Lungenentzündungen) verursacht werden. Finanziell gefördert werden die Arbeiten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

An dieses erste internationale Symposium knüpft der Sprecher des SFB 630, der Naturstoffchemiker Professor Gerhard Bringmann, große Erwartungen: "Wie schon unser SFB, so wird auch dieses Symposium Forscher aus vielen Fachrichtungen zusammenführen und eine gute Plattform darstellen, um bestehende Kooperationen zu intensivieren und neue anzubahnen."

Ein Höhepunkt der Veranstaltung wird der öffentliche, englischsprachige Plenarvortrag von Professor Klaus Fleischer zur Eröffnung des Symposiums am Sonntag, 12. Februar, sein. Der ehemalige Leiter der Tropenmedizinischen Abteilung der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg spricht - angesichts der katastrophalen Situation in vielen Staaten Afrikas und Asiens - über den Kampf der Vereinten Nationen gegen Krieg, Armut, soziale Verelendung und Krankheiten in der so genannten Dritten Welt. Sein Referat beginnt um 18.30 Uhr im Hörsaal A 101 des Biozentrums.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gerhard Bringmann, T (0931) 888-5323, Fax (0931) 888-4755, E-Mail: bringman@chemie.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de/

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