Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geheimnis der "fliegenden Schnecke" geklärt

27.01.2006


Darwins Theorie über Artenverbreitung bewiesen




Das Geheimnis, wie eine kleine sieben Millimeter große Landschnecke ihren Weg von Europa über Madeira bis auf die 9.000 Kilometer entfernte Insel Tristan da Cunha im Südatlantik geschafft hat, hat ein Wissenschaftsteam des Naturhistorischen Museums Leiden und der Universität Cambridge nun gelüftet: Die Schnecken haben an den Beinen von Vögeln ihren Siegeszug über die Kontinente hinweg geschafft, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe.

... mehr zu:
»Cunha »Schnecke »Schnecken


Das besondere an der Landschnecke Balea perversa ist die Tatsache, dass sie nicht schwimmen kann. Charles Darwin hat in Versuchen festgestellt, dass die Schnecke nach zwei Stunden im Wasser ertrinkt. Das Forscherteam um Edmund Gittenberger hat nun in einer genetischen Studie festgestellt, dass die Schnecken, die in Europa, den Azoren und Tristan da Cunha leben, zur selben Art gehören. Forscher waren ursprünglich davon ausgegangen, dass die seltsam gewundenen kleinen Schnecken ausschließlich in der Palaearktischen Region, inklusive der Gebiete Eurasiens nördlich des Himalaya sowie in Nordafrika, vorkommen.

1824 wurden auf der kleinen südatlantischen Insel Tristan da Cunha, zwischen der Südspitze Südamerikas und Südafrikas gelegen, Balea-Schnecken entdeckt. Da diese sehr ähnlich aussahen wie jene in Europa, bekamen sie einen neuen Speziesnamen. Der britische Zoologe Richard Preece hat auf Tristan da Cunha diese Schnecken gesammelt und sie dem Biologen Edmund Gittenberger vom Natural History Museum Naturalis http://www.naturalis.nl in Leiden zur genetischen Untersuchung geschickt. "Die untersuchten Schnecken sind in der DNA jenen in Europa vorkommenden Arten äußerst ähnlich", so Gittenberger im pressetext-Interview. Die Divergenz in der Genetik zeige aber deutlich, dass es unmöglich ist, dass die Schnecken von Menschen auf die entlegene Insel transportiert wurden. Zudem war die Insel Tristan da Cunha bis 1816 nicht permanent besiedelt. "Es blieb also zu wenig Zeit, dass sich daraus acht verschiedene Subspezies entwickeln konnten", so der Experte.

"Wir sind uns nicht sicher wie diese Schnecken den langen Weg von 9.000 Kilometern zurückgelegt haben", so Gittenberger, der anmerkt, dass auf den Inseln St. Helena und den Kapverden diese Art nicht vorkomme. Das sei aber der direkte Weg zwischen den Azoren und Europa. "Wir tippen auf die großen Sturmvögel, die auf Tristan da Cunha nisten. Wahrscheinlich haben sich die Schnecken an deren Beinen gehaftet", meint Gittenberger. Tatsächlich produzieren die Schnecken einen besonders zähflüssigen Schleim, der es ihnen offensichtlich ermöglicht, sich festzukrallen.

Preece will weitere molekulare Daten über die Schnecken und ihre Verbreitung über den Globus sammeln. "Dieses Unterfangen ist jedoch mit einigen Schwierigkeiten verbunden, da der letzte Fund der Schnecken auf einem entlegenen Berg in Madeira auf das Jahr 1921 zurückgeht", so Preece.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.naturalis.nl

Weitere Berichte zu: Cunha Schnecke Schnecken

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Brutpflege-Gen steuert Arbeitsteilung bei Ameisen
18.06.2018 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Nierentumor: Genetischer Auslöser entdeckt
18.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Dispensdruckkopf, Netzmodul und neuartiger Batteriespeicher

18.06.2018 | Messenachrichten

Brutpflege-Gen steuert Arbeitsteilung bei Ameisen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics