Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infektiöse Prionen in Rehen und Elchen nachgewiesen

27.01.2006


Übertragung erfolgt wahrscheinlich nur von Tier zu Tier



Wissenschafter der University of Kentucky haben jetzt infektiöse Prionen, die bei nordamerikanischen Rehen und Elchen die so genannte Chronic Wasting Disease (chronisch zehrende Erkrankung) verursachen, in den Teilen der Tiere nachgewiesen, die vom Menschen gegessen werden. Bei CWD handelt es sich um eine Erkrankung, die zu einer BSE ähnlichen Infektionsform führt. Derzeit ist nicht bekannt, ob diese Krankheit auch auf den Menschen übertragen werden kann. Die Chronic Wasting Disease wurde erstmals in den Siebzigerjahren in Colorado nachgewiesen. Derzeit sind zwei Gebiete in Kanada sowie 12 amerikanische Bundesstaaten betroffen. Laut dem leitenden Wissenschafter Glenn Telling wird diese Krankheit direkt von einem Tier auf das andere übertragen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Science veröffentlicht.

... mehr zu:
»BSE »Elche »Enzephalopathie »Mäuse »Prionen


Derzeit gibt es Befürchtungen, dass die entsprechenden Prionen im Gewebe der Tiere so weit verbreitet sein könnten wie Scrapie bei Schafen. Bisher sind Versuche, die entscheidenden Prionen im Muskelgewebe infizierter Tiere über Antikörper nachzuweisen gescheitert. Bei transgenen Mäusen wurde jetzt nachgewiesen, dass sich diese Prionen im Muskelgewebe von infizierten Rehen befinden können. Die Wissenschafter ersetzten das Gen für die normale Version des Prionenproteins durch das normale Gen der Rehe. In der Folge produzierten die Mäuse das normale, gesunde Rotwildprotein. In die Gehirne der Mäuse wurden dann Gewebe infizierter Rehe injiziert. Zwölf bis 18 Monate später erkrankten die Mäuse an einer Enzephalopathie.

Die Erkrankung wurde von den Gehirnen und dem Oberschenkelmuskel der Rehe verursacht. Beim Muskelfleisch brauchte es etwas länger bis sich das Krankheitsbild entwickelte. Damit war nachgewiesen, dass es über eine geringere Menge an Prionen verfügte. Laut Telling wisse man nicht, dass die Krankheit in freier Wildbahn durch den Verzehr von infiziertem Fleisch weitergegeben werde. Man müsse jetzt überprüfen, wo sich die Prionen sonst noch befinden könnten. Derzeit werden mit Hilfe transgener Mäuse der Speichel und auch Exkremente untersucht. Der Wissenschafter erklärte gegenüber New Scientist, dass aufgrund der Tests an bereits erkrankten Tieren nicht klar sei, wie die Verbreitung der Prionen während der Inkubationszeit verlaufe. Jäger wurden bereits davor gewarnt, offensichtlich kranke Tiere zu töten oder von ihrem Fleisch zu essen. Ein Tier, das keine Krankheitssymptome zeigt, könnte trotzdem bereits abnorme Prionen in sich tragen. Es ist derzeit nicht bekannt, ob es durch den Verzehr von infiziertem Fleisch wie bei BSE zu einer Enzephalopathie kommen kann.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mc.uky.edu/microbiology
http://www.science.com

Weitere Berichte zu: BSE Elche Enzephalopathie Mäuse Prionen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht 'Fix Me Another Marguerite!'
23.06.2017 | Universität Regensburg

nachricht Schimpansen belohnen Gefälligkeiten
23.06.2017 | Max-Planck-Institut für Mathematik in den Naturwissenschaften (MPIMIS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften