Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellprojekt: Keramische Werkstoffe für die Biotechnologie

04.12.2000


Ein Forschungsteam der FH Gießen-Friedberg entwickelt aus keramischen Werkstoffen innovative Produkte für die Biotechnologie. Einsatzgebiete sind die pharmazeutische Forschung und Produktion sowie die
Lebensmitteltechnologie.

Das Modellprojekt "Biocera" wird von der Hessischen Technologiestiftung gefördert. Es hat ein Finanzvolumen von ca. 1,3 Millionen DM. Leiter des Projekts ist Prof. Dr. Peter Czermak vom Fachbereich Krankenhaus und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie. An dem Forschungsvorhaben sind Kooperationspartner aus der Industrie beteiligt.

Im alltäglichen Leben, auf verschiedenen Technikfeldern oder in der Medizin (etwa Implantate für Chirurgie und Zahnmedizin) haben keramische Produkte einen festen Platz. In der Biotechnologie dagegen finden Keramikhersteller bisher nur relativ schwer Zugang zum Markt. Das liegt u.a. am großen Aufwand und an den hohen Kosten der Entwicklungsprozesse. Gerade aber in der Biotechnologie, z.B. bei der Erforschung neuer Medikamente, besteht Bedarf für spezialisierte keramische Komponenten. Hochreine, bioverträgliche Werkstoffe können Fortschritte bringen bei der Anlage von Zellkulturen, die für die Gewinnung neuer pharmazeutischer Präparate in der Diagnostik und Therapie unverzichtbar sind.

"Biocera" will vor allem mittelständischen Unternehmen der keramischen Industrie den Weg zur Markteinführung von Produkten aufzeigen und die erforderlichen Entwicklungsschritte praxisgerecht ausarbeiten, so dass Firmen diesem Beispiel folgen können. Modellhaft an diesem interdisziplinären Forschungsprojekt ist die Kooperation der verschiedenen Sparten. Das wissenschaftliche Projektteam koordiniert Entwicklungsprozesse zwischen Keramikproduzenten und Biotechnologieunternehmen, um besonders auf dem Gebiet der Zellkulturtechnik neue Produkte zu realisieren.

Die Arbeiten an der FH Gießen-Friedberg laufen im Labor für Bioverfahrenstechnik und Membrantechnologie. Neben Prof. Dr. Czermak gehören Dipl.-Ing. Dirk Nehring und Barbara Boine zum Team. Dirk Nehring, der wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts ist, löst damit zugleich eine von der Technischen Universität Hamburg-Harburg gestellte Promotionsaufgabe. Barbara Boine ist von der Technischen Universität Berlin an die FH nach Gießen gekommen, um eine praxisbezogene Studienphase zu absolvieren. Zur Verstärkung der Gruppe wird derzeit ein weiterer wissenschaftlicher Mitarbeiter gesucht. Ab sofort sollen darüber hinaus Diplomanden der FH Gießen-Friedberg eingebunden werden.

Das Projekt endet am 31. März des Jahres 2003. In der ersten Phase geht es darum, das Zusammenwirken bestimmter keramischer Werkstoffe mit biologischen Systemen grundlegend zu klären. Darauf basierend entwickelt ein Unternehmen keramische Körper gemäß dem ermittelten Anforderungsprofil. Diese Prototypen werden vom FH-Team im Labormaßstab getestet. Die Keramikprodukte können anhand der gewonnen Erkenntnisse permanent verbessert werden. Im Labor werden zudem Fermentations-Testreihen mit unterschiedlichen biologischen Produktionssystemen ausgeführt. Abschließend sollen die Entwicklungsresultate unter den Produktionsbedingungen der Praxis eingesetzt, die Marktreife nachgewiesen und die Zulassung beantragt werden.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Erhard Jakobs | idw

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Keramisch Modellprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besserer Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
28.09.2016 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod
28.09.2016 | Universität zu Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Wie Blockchain die Finanzwelt verändert

28.09.2016 | Wirtschaft Finanzen

Neue Plasmaanlage - Präzise und hoch entwickelte Chips

28.09.2016 | Physik Astronomie