Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Adulte Stammzellen flexibler als bisher angenommen

15.12.2005


Verschmelzung von Zellen als Ausgangspunkt



Wissenschafter der Oregon Health and Science University haben nachgewiesen, dass adulte Stammzellen flexibler sein können als bisher angenommen. Embryonale Stammzellen können zu jeder Art von Gewebe werden. Die Entwicklung adulter Stammzellen war bisher auf ihren Bereich des Körpers beschränkt. Jetzt ist es laut New Scientist gelungen, adulte Zellen erfolgreich mit anderen Zellen zu verschmelzen, damit sie auch in anderen Teilen des Körpers funktionieren. Die Wissenschafter gehen daher davon aus, dass aus diesem Grund adulte Stammzellen auch in der Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden könnten. Britische Experten wie Stephen Minger vom Stem Cell Biology Laboratory bewerteten das Potenzial dieses Ansatzes eher kritisch.



Frühere Studien hatten gezeigt, dass adulte Zellen mit Zellen aus anderen Teilen des Körpers verschmolzen werden können. Da die so entstandenen Zellen die doppelte Anzahl von Chromosomen enthalten, haben sie Schwierigkeiten bei der Zellteilung und kämpfen mit der Regeneration von beschädigtem Gewebe. Der leitende Wissenschafter Markus Grompe erklärte gegenüber der American Society for Cell Biology, dass es Hinweise darauf gäbe, dass verschmolzene Zellen die Anzahl ihrer Chromosome auf den normalen Wert reduzieren könnten. Bei diesem Verfahren handle es sich um die so genannten Reduktionsteilungen, die routinemäßig stattfänden. Die Theorie geht davon aus, dass Zellen vorprogrammiert sind zu wissen, über wie viele Chromosome sie verfügen und diese Anzahl reduzieren können, wenn zu viele Chromosome vorhanden sind.

Die Forscher wiesen nach, dass Mäuse mit einer hereditären Tyrosinämie durch die Infundierung ihrer Leber mit Stammzellen aus dem Knochenmark geheilt werden können. Bei der hereditären Tyrosinämie handelt es sich um eine Erkrankung die eine Gelbsucht und eine Zirrhose hervorruft. Die Analyse ergab, dass die Zellen wieder zur normalen Anzahl von Chromosomen zurückkehrten. Dieses Phänomen wurde erstmals nicht nur bei Insekten beobachtet. Warum es dazu gekommen ist, ist derzeit nicht bekannt. Grompe erforscht derzeit, ob es möglich ist, das signalgebende Molekül, den insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor-1 (IGF-1), einzusetzen um diesen Vorgang zu beschleunigen. Derzeit ist dieser Prozess für viele Anwendungsgebiete beim Menschen noch zu langsam.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ohsu.edu
http://www.ascb.org

Weitere Berichte zu: Biology Cell Chromosome Stammzelle Tyrosinämie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive