Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodensanierung mittels arbuskulärer Mykorrizhapilze

13.12.2005


Die Untersuchung der DNA des arbuskulären Mykorrizhapilzes Glomus intraradices hat verdeutlicht, dass er in der Lage ist seine Wirtspflanze vor Belastungen durch Schwermetalle zu schützen.


Schwermetalle im Boden können zwar einerseits auf geologische Ursachen zurückgeführt werden, aber andererseits auch auf Umweltverschmutzung. In kleinen Dosen sind Schwermetalle nützlich für Pflanzen, aber in hohen Konzentrationen können sie Schaden anrichten, das Wachstum hemmen oder die Pflanze sogar zerstören.

Es wurde nachgewiesen, dass arbuskuläre Mykorrizhapilze (AM), die im Boden vorkommen, Pflanzen vor Schwermetallen schützen können. Neue Forschungsarbeiten, die vom LIFE QUALITY-Programm finanziert wurden, zielen darauf ab, unser Wissen darüber zu erweitern, wie die AM-Pilze Verschmutzungen durch Schwermetall entgegenwirken.


Untersucht wurde die AM-Pilzart Glomus intraradices. Dabei wurden zwei DNA-Fragmente, GintMT1 und GintZnT1, isoliert und einer Reihe genetischer Analysen unterworfen, um ihren Aufbau, ihr Gewicht und ihre Funktionen zu charakterisieren. GintMT1 ist ein Metallothionein, d.h. ein metallbindendes Protein, das reich an Aminosäuren ist. GintZnT1 ist am Transport von Metallen beteiligt.

Die Labortests haben darauf hingewiesen, dass GintMT1 ein wirkungsvoller Schutz vor den Schwermetallen Zink, Kadmium und Kupfer ist. Außerdem erwies es sich als enorm erfolgreich bei der Bekämpfung von Oxidationsmitteln wie Paraquat, einer typischen Komponente in Herbiziden. GintZnT1 hingegen wurde wegen seiner Fähigkeit die Zinkaufnahme zu reduzieren als ein Cation Diffusion Facilitator (CDF) klassifiziert. Des Weiteren wurde daran gearbeitet, homogene Genteile in anderen AM-Spezien wie beispielsweise G. rosea und G. margarita zu bestimmen.

Gerüstet mit diesen neuen Erkenntnissen über AM-Pilze sind Wissenschaftler nun vermehrt in der Lage, ihre heilenden Eigenschaften auszuschöpfen und das lokale Pflanzenleben gegen die wachsende Bedrohung durch Schwermetalle zu schützen. Weitere Informationen über GintMT1, GintZnT1 und das LIFE QUALITY-Projekt GENOMYCA sind unter folgender Adresse verfügbar: http://www.dijon.inra.fr/genomyca/

Azcon- Aguilar | ctm
Weitere Informationen:
http://www.csic.es
http://www.dijon.inra.fr/genomyca/

Weitere Berichte zu: AM-Pilze GintMT1 GintZnT1 Mykorrizhapilze Schwermetall

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten