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Warum Moskitos keine Malaria bekommen

25.10.2005


Gen schützt Anopheles vor Plasmodium-Infektion



Wissenschaftler der Johns Hopkins University sind einem Rätsel der Anopheles-Mücken auf die Spur gekommen: Sie haben ein Gen identifiziert das verhindert, dass sich die Mücken selbst mit Malaria anstecken, berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS. Die Forscher wollen damit erneut eine Waffe gegen die tödliche Erkrankung finden. Malaria fordert jährlich zwischen 1,5 und 2,7 Mio. Todesopfer, zwischen 300 und 500 Mio. Menschen erkranken daran.

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Das geheimnisvolle Gen trägt den Namen SPRN6. Nach Angaben der Forscher soll nun versucht werden, chemische Sprays zu entwickeln, die den Genschalter praktisch umlegen, so dass sich die Tiere selbst mit Malaria infizieren. Die Moskitos wären dann nicht länger eine Gefahr für den Menschen, da sie den Parasiten Plasmodium nicht mehr übertragen können, glauben die Forscher. "Es sind noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, allerdings planen wir dieses Wissen für die Entwicklung neuer Waffen gegen Malaria zu nutzen", so Marcelo Jacobs-Lorena vom Department of Molecular Microbiolgy & Immunology.

Das Forscherteam um Jacobs-Lorena hatte in zwei untersuchten Moskitospezies Anopheles stephensi und Anopheles gambiae entdeckt, dass das Gen SPRN6 normalerweise "ausgeschaltet" ist. Wenn sich die Moskitos mit dem Parasiten infiziert haben, wird dieses Gen aktiviert. Wenn nun das Gen ausgeschaltet bleibt, ist die Zahl der Parasiten, die sich bei Anopheles stephensi entwickelt hat um das dreifache gestiegen. Wenn das Gen komplett entfernt wurde, verlangsamte sich der Prozess mit dem Erreger fertig zu werden deutlich.

Das könne sehr gut möglich sein, erklärt der Experte Achim Hörauf vom Institut für medizinische Pathologie an der Universität Bonn www.uniklinik-bonn.de im pressetext-Gespräch. "Ein Vakzin gegen Malaria selbst ist derzeit nicht in Aussicht", so Hörauf. Man müsse jedes Nadelöhr in der Mücke selbst ausnutzen, um den Prozess der Erkrankung zu unterbrechen. Hörauf rechnet damit, dass es mittelfristig einen Impfstoff geben könnte, der zumindest die Parasitenlast der Bevölkerung wegnimmt. "Die Kontrollprogramme zur Prävention wie zum Beispiel imprägnierte Moskitonetze spielen eine große Rolle, da sie vor den Mückenstichen schützen", erklärt Hörauf abschließend. Genetische Veränderungen an den Mücken selbst könnten jedoch gefährlich sein, da solche Experimente in der Regel nur einmal durchführbar sind.

Paul Eggleston, Experte für molekulare Entomologie an der Keele University meinte: "Die Organismen haben Millionen Jahre für die Verfeinerung ihres Spiels gehabt. Nun müssen wir Forscher ebenso ambitioniert vorgehen, um diese Mechanismen zu umgehen", erklärt der Wissenschaftler. "Es bleibt immer das Risiko vorhanden, dass sich die Parasiten genetisch so verändern, dass sie diese Mechanismen erneut in Gang bringen", meint Jo Lines von der London School of Hygiene and Tropical Medicine.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jhu.edu
http://www.pnas.org
http://www.jhsph.edu

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