Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Revolutionäre Insulintherapie

07.10.2005


Auf der Suche nach neuen Möglichkeiten zur Behandlung von Diabetes ist der in Toronto ansässigen Generex Biotechnology Corp. möglicherweise ein Husarenstück geglückt. Die Einnahme des Medikaments soll künftig über einen kleinen Inhalator, ähnlich dem wie er bei Asthma-Patienten eingesetzt wird, erfolgen.



An das alltägliche Ritual hat sich Werner Müller längst gewöhnt: Vor und nach jeder Mahlzeit besprüht der Bankangestellte seine Mundhöhle mit einem Zerstäuber, genau so wie das einige seiner Kollegen einfach wegen des besseren Atems tun. Doch Herr Müller hat weniger die Kunden als vielmehr seine eigene Gesundheit im Visier, denn er ist seit vielen Jahren Diabetiker. Dass er nicht mehr wie früher täglich zur Spritze greifen muss, hat seine Lebensqualität deutlich verbessert.



Noch enthält das Szenario ein paar Takte Zukunftsmusik. „Es wird aber nicht mehr lange dauern“, versichert Anna E. Gluskin, Geschäftsführerin der Generex Biotechnology Corporation. Ihre Zuversicht schöpft sie aus einer Innovation, Oral-lynTM genannt. „Dahinter verbirgt sich Insulin-Aerosol, welches sich ebenso einfach wie sicher in die Mundhöhle zerstäuben lässt“, erläutert sie. Der zweite Teil der Innovation betrifft den als RapidMistTM bezeichneten Zerstäuber. Dieser gestattet eine rasche Insulinaufnahme über die Mundschleimhaut, wobei die Tröpfchengröße nach Angaben des Unternehmens so eingestellt ist, dass das Insulin nicht in die Lunge gelangt.

Hoher Diabetikeranteil in der indianischen Bevölkerung

Klinische Studien zur oralen Behandlung von Diabetes Typ 1 und 2 mittels Oral-lynTM befinden sich in Nordamerika und in einigen europäischen Ländern gegenwärtig in der Phase II b. In einigen lateinamerikanischen Ländern sind die Studien bereits weitgehend abgeschlossen, so dass die Erstzulassung in Ecuador bereits Ende dieses Jahres erfolgen soll. Andere „Andenstaaten“ wie Bolivien, Kolumbien, Peru und Venezuela sollen Anfang 2006 folgen. Generex hat sich im ersten Schritt auf diese Länder konzentriert, weil die Zunahme der Neuerkrankungen insbesondere beim Diabetes Typ 2 innerhalb der indianischen Bevölkerung aufgrund einer genetischen Disposition besonders dramatisch ist.

In der Produkt-Pipeline des Unternehmens befinden sich noch weitere „orale Innovationen“. Dazu gehören klinische Untersuchungen (Phase I) zur verbesserten Schmerztherapie auf der Basis von Morphin oder Fentanyl für Tumorpatienten oder die Verabreichung von niedermolekularem Heparin zur Behandlung tiefer Beinvenenthrombosen. Andere Studien über eine Reihe von potenziellen Impfstoffen wie beispielsweise Melanom-Vaccin befinden sich noch im vorklinischen Stadium.

Forschungsfreundliches Klima in Ontario

Generell profitieren Unternehmen wie Generex von dem forschungsfreundlichen Klima Ontarios. So werden Steueranreize zur Durchführung wissenschaftlicher Forschung und experimenteller Entwicklung (SR&ED) in Kanada sowohl auf Bundes- als auch auf Provinzebene angeboten. Diese Steuervorteile führen zu beträchtlichen Einsparungen sowohl auf Grund ihrer prozentualen Höhe als auch dank der breiten Palette an Aktivitäten, die als Forschung und Entwicklung anerkannt werden.

So kann die SR&ED-Steuergutschrift auf Bundesebene die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um bis zu 20% senken. Zusätzliche, von der Provinz Ontario angeboten Steuervorteilen führen dann dazu, dass Ausgaben in Höhe von 100 Dollar auf 40,24 Dollar – oder sogar noch weniger – reduziert werden können.

Rolf Froböse | Rolf Froböse
Weitere Informationen:
http://www.generex.com

Weitere Berichte zu: Diabetes Generex Insulintherapie Oral-lynTM Zerstäuber

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen