Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nervenregeneration nach Schlaganfall

30.09.2005


Netzwerk zur Erforschung stammzellbasierter Therapiemöglichkeiten gegründet


Neue Impulse zur Therapie des Schlaganfalls, einer der vorherrschenden Erkrankungen unserer Zeit, soll der nun gegründete Forschungsverbund "Stammzellbasierte Regeneration nach Schlaganfall" unter der Koordination von Prof. Dr. Magdalena Götz vom Institut für Stammzellforschung am GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit und Prof. Dr. Ulrich Dirnagl von der Charité in Berlin bringen. Der Verbund ist in das Programm "Zellbasierte, regenerative Medizin" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eingebettet.

Prof. Dr. Magdalena Götz vom GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit betont: "Die Bildung dieses Netzwerkes mit Experten aus verschiedenen Bereichen der Schlaganfallforschung und der Forschung zur Entstehung von Nervenzellen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg, innovative und viel versprechende Ansätze zu einer Therapie dieser Krankheit erfolgreich weiterzuverfolgen".


Bei einem Schlaganfall werden auf Grund einer Verstopfung von Blutgefäßen bestimmte Bereiche des Gehirns kurz- oder längerfristig unterversorgt. Da Nervenzellen in besonderem Maße von der Zufuhr von Sauerstoff und Zucker aus dem Blut abhängen, sterben diese sehr schnell ab - schneller als Patienten normalerweise ins Krankenhaus gebracht werden können. Therapieansätze, die das Überleben von Nervenzellen fördern, kamen bis dato oftmals zu spät - die Nervenzellen waren schon abgestorben, bevor die Behandlung begann.

In dem jetzt gegründeten Verbund arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker eng zusammen, um neue Ansätze zu erforschen und erproben, wie Nervenzellen nach Schlaganfall wieder neu gebildet werden können.

Einerseits wird versucht, im Gehirn vorhandene Stammzellen zur Neubildung von Nervenzellen innerhalb der verletzten Gehirnregion anzuregen. Dass dies prinzipiell möglich ist, haben die Forscher in ihren bisherigen Arbeiten bereits gezeigt. Die neu gebildeten Nervenzellen müssen aber auch am Leben gehalten werden und dazu gebracht werden, sich mit anderen Nervenzellen zu vernetzen - beides grundlegende Voraussetzungen um die Funktionen des Gehirns wieder aufnehmen zu können. Um diesem Ziel etwas näher zu kommen, sollen verschiedenen Ansätze in engen Zusammenarbeiten der Forscher erprobt und verschiedene Substanzen getestet werden.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Untersuchung, inwieweit die Zufuhr von Stammzellen verschiedener Organe die Neubildung von Nervenzellen nach Schlaganfall dauerhaft fördern kann, und welche Mechanismen hier zu Grunde liegen: Stammzellen anderer Organe produzieren oft Faktoren, die den Heilungsprozess und möglicherweise auch das Überleben neu gebildeter Neurone nach Schlaganfall fördern.

"Erst wenn diese Mechanismen verstanden sind, wird es möglich sein, diesen Ersatz so zu maximieren, dass dies auch therapeutisch relevant ist", erklärt Prof. Dr. Ulrich Dirnagl von der Charité in Berlin.

Weitere Informationen:

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 089/3187-2460
Fax 089/3187-3324
Postfach 1129
85758 Neuherberg
E-Mail: oea@gsf.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www0.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2005/netzwerk.php
http://www.gsf.de/

Weitere Berichte zu: Nervenzelle Schlaganfall Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften