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Der Medikamentenresistenz des Aids-Virus auf der Spur

20.09.2005


Beim internationalen Workshop Bioinformatics for Viral Infections vom 21. - 23. September in Bonn präsentiert die Fachhochschule Bingen die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur Medikamenten-Resistenz von HI-Viren



Das größte medizinische Problem bei der Behandlung der HIV-Infektion ist die Entstehung von Resistenzen gegen Medikamente, denn früher oder später versagt jedes Medikament weil das Virus unempfindlich geworden ist. Dann muss, sofern das noch möglich ist, der Patient auf ein anderes noch wirksames Medikament umgestellt werden. Die Forschungsgruppe "Bingen Bioinformatics Group (BIGR)" der Fachhochschule Bingen, die aus 21 Studierenden der Bioinformatik unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Daniel Hoffmann besteht, präsentiert in dem Vortrag "Structure based analysis of HIV PI-resistance data" ihre Ergebnisse zur Resistenz von HI-Viren gegen Medikamente. Im Vorfeld hatten die angehenden Bioinformatiker komplexe Daten aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und analysiert. Die Gruppe berechnete unter anderem mit Bioinformatik-Methoden, wie stark verschiedene Medikamente mit mutierten Virus-Eiweißen wechselwirken. Bei einigen Virus-Mutanten waren diese Wechselwirkungen deutlich geschwächt, das heißt: Das jeweilige Medikament hatte an Wirksamkeit eingebüßt. Diese Ergebnisse sind in guter Übereinstimmung mit experimentellen und klinischen Daten, die BIGR von zwei kooperierenden Einrichtungen erhalten hatte, dem Institut für Virologie der Universitätsklinik Köln und dem Deutschen Referenzzentrum für Retroviren an der Universität Erlangen-Nürnberg. Für Dr. Hoffmann ist die internationale Aufmerksamkeit durch den Vortrag beim Workshop Bioinformatics for Viral Infections eine Auszeichnung und Lohn für die Forschung mit den Studierenden in den Semesterferien.



Die Bioinformatik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft und bildet eine Schnittstelle zwischen der Biotechnologie und der Informatik. Die unüberschaubaren Datenmengen der aus der biologischen Forschung gewonnenen Ergebnisse werden mit Hilfe der modernen Informationstechnologie verarbeitet. Dazu werden biologische Informationen zum Beispiel eines Gens und seines Produkts, eines ganzen Organismus oder Ökosystems analysiert und organisiert und ermöglichen so z.B. in günstigen Fällen Voraussagen über die Wirkung von Medikamenten oder Mutationen. Seit dem Herbst 2000 bietet die Fachhochschule Bingen den Studiengang Bioinformatik an.

Kontakt:
Prof. Dr. Daniel Hoffmann
Fachhochschule Bingen, Fachbereich 2 - Technik, Informatik und Wirtschaft
Tel: 06721/409-253
E-Mail: daniel.hoffmann@fh-bingen.de

Vera Hamm | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-bingen.de

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