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Steroide schützen alternde Neuronen

14.09.2005


Vor dem Hintergrund der steigenden Lebenserwartung in der westlichen Welt suchen Forscher nach neuen Wegen, um zu gewährleisten, dass die Lebensqualität bis ins hohe Alter aufrechterhalten werden kann.



Durch das LIFE QUALITY-Programm der EU wurde ein spezielles Projekt gefördert, in dessen Rahmen Wege zur Umkehrung der neuronalen Störung im alternden Gehirn untersucht werden sollten. Die anfänglichen Ergebnisse verdeutlichten, dass altersbedingte Gedächtnisbeeinträchtigungen mit Neurosteroiden behandelt werden können. Diese bedeutende Erkenntnis könnte den Weg für einen völlig neuen Ansatz bei der Behandlung von altersbedingten Erkrankungen des Gehirns ebnen.



Neurosteroide sind Steroidmoleküle, die ausschließlich im Gehirn produziert werden und bisher mit Angstzuständen und Depressionen in Verbindung gebracht wurden. Die Projektpartner konzentrierten sich daher auf die Erhöhung der Existenz von Neurosteroiden im Gehirn. Dies sollte entweder indirekt durch die Anregung der Leitungsbahnen, die zur Neurosteroidsynthese führen, oder durch die direkte Verabreichung erfolgen.

Eine der indirekten Möglichkeiten zur Anregung der Neurosteroidsynthese besteht in der Aktivierung des Mitochondrialen Benzodiazepin-Rezeptors (MBR), der an der Neurosteroidsynthese beteiligt ist. Die spanischen Forscher fanden heraus, dass sich MBR-Liganden und Neurosteroide nach bestimmten Arten der Hirnverletzung, die oft in alternden Gehirnen auftreten, neuroprotektiv auswirken.

Eines der während der Untersuchung verwendeten Neurosteroide - Estradiol - schützt die Neuronen und reguliert den Projektergebnissen zufolge auch die Neurogenese bei Erwachsenen. Im Rahmen des Projekts wurde gezeigt, dass Neurosteroide bei der Umkehrung von altersbedingten Erkrankungen des Gehirns wie beispielsweise Gedächtnisverlust eine Rolle spielen. MBR könnte sich als ein möglicher Untersuchungsgegenstand für die pharmazeutische Industrie erweisen, und die daraus gewonnenen Daten können besonders für pharmazeutische Unternehmen interessant sein, die an ähnlichen Forschungen beteiligt sind.

Luis Miguel Garcia-Segura | ctm
Weitere Informationen:
http://www.csic.es/wi/index.jsp

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