Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Platz für Spitzenforschung

13.09.2005


Neubau des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie stärkt Forschungsstandort Tübingen


Mit einem wissenschaftlichen Symposium unter großer internationaler Beteiligung vom 15. - 17. September und einem Festakt am 16. September 2005 wird in Tübingen in dieser Woche der Forschungsneubau des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie eingeweiht. Das moderne, lichtdurchflutete Gebäude der Architekten Fritsch + Tschaidse bietet auf ca. 4600 Quadratmeter Raum für 270 Mitarbeiter. Mit dem Neubau wird der stetigen Entwicklung der Forschungsrichtung und dem damit verbundenen Wachstum des Instituts Rechnung getragen.

Im Frühjahr 2005 konnte nach zwei Jahren Bauzeit ein großer Teil der Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie aus seinen beengten, teilweise technisch veralteten Räumen in den lichtdurchfluteten Neubau des Instituts umziehen. Die Forschungsabteilungen von Prof. Christiane Nüsslein-Volhard und von Prof. Andrei Lupas, mehrere wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die wissenschaftliche Mikroskopie und die Verwaltung des Instituts wurden im neuen Gebäude untergebracht. Die Räume sind so gestaltet, dass sie flexibel genutzt werden können und es möglichst keine Limitierungen für wissenschaftliche Einrichtungen gibt. Damit wird eine solide Grundlage für die Forschung am Standort Tübingen bereitgestellt.


Seinen Ursprung hat das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in der "Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der Virusforschung" der Institute für Biochemie und für Biologie der damaligen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin-Dahlem. Noch während des Krieges wurden 1943 zunächst diese Arbeitsgruppe und nachfolgend die gesamten Institute für Biologie und Biochemie nach Tübingen ausgelagert.

Nach Kriegsende wurde in der Melanchthonstrasse mit dem Neubau eines Institutsgebäudes zur Unterbringung der Arbeitsgruppe begonnen und damit Tübingen als Forschungsstandort gefestigt. Der aufstrebenden Entwicklung der Virusforschung entsprechend erfolgte 1954 die Gründung des "Max-Planck-Instituts für Virusforschung" mit den Gründungsdirektoren Hans Friedrich-Freksa, Gerhard Schramm und Werner Schäfer als eines der ersten Institute der damals noch jungen Max-Planck-Gesellschaft. 1960 schließlich konnte das erste Gebäude am heutigen Standort in der Spemannstrasse bezogen werden.

1984 erfolgte mit einer neuen Generation von Direktoren (Friedrich Bonhoeffer, Alfred Gierer, Peter Hausen, Uli Schwarz und ab 1985 Christiane Nüsslein-Volhard) und der damit verbundenen Neuausrichtung der Forschung die Umbenennung in "Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie". Eine entscheidende Erweiterung erfuhr das Institut 1992 durch den Bau des Fischhauses mit 7000 Aquarien und mehreren Laboratorien zur Haltung und Untersuchung von ca. 360 000 Zebrafischen; im Jahr 2000 kamen zwei Etagen in der Spemannstrasse 39 für die neuen Forschungsabteilungen von Ralf Sommer und Detlef Weigel hinzu.

Den im Jahr 2000 ausgeschriebenen Architektenwettbewerb für den jetzt fertiggestellten Neubau konnten die Münchner Architekten Fritsch + Tschaidse für sich entscheiden. Der Siegerentwurf berücksichtigt die topographischen Gegebenheiten der Hanglage des Grundstücks nördlich der Tübinger Innenstadt wie auch die landschaftliche Umgebung und die notwendigen funktionalen Anbindungsmöglichkeiten an die bestehenden Institutsgebäude. Unter der Bauleitung des Tübinger Architekturbüros Hans Schmitt wurde in zweijähriger Bauzeit und unter Einhaltung des Finanzierungsrahmens ein moderner Rechteckbau mit fünf nutzbaren Etagen und einer zusätzlichen Technikanlage im Untergeschoss erstellt. Auf einer Hauptnutzfläche von 4600 m2 sind dabei ca. 270 Arbeitsplätze entstanden. Die Raumanordnung ermöglicht eine optimale Nutzung der Licht- und Klimaverhältnisse: Büroräume sind nach Norden orientiert, Labors nach Süden ausgerichtet; im Kern des Gebäudes befinden sich "lichtlose" Räume, die z.B. für die wissenschaftliche Mikroskopie und andere technische Anwendungen benutzt werden. Ein Lattenspalier schützt die Fassade vor Sonneneinstrahlung.

Zwei gläserne Gebäudebrücken verbinden den Neubau mit den bestehenden Gebäuden und ermöglichen eine enge räumliche Verbindung zwischen den Forschungsabteilungen. So sind z.B. die Labors und Büros der Abteilung von Prof. Nüsslein-Volhard direkt mit dem Fischhaus verbunden.

Die alle Etagen verbindende Halle und eine Dachterrasse dienen dem spontanen Gespräch und dem Austausch zwischen den Wissenschaftlern und schaffen die für moderne interdisziplinäre Forschung so wichtige kreative Atmosphäre.

Dr. Andreas Trepte | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/
http://www.eb.tuebingen.mpg.de/courses/symposium_einweihung.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Entzündung weckt Schläfer
29.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Rostocker Forscher wollen Glyphosat „entzaubern“
29.03.2017 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten