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Neuer Impfstoff schützt effektiver gegen Tuberkulose

26.08.2005


Max-Planck-Forscher enthüllen den Wirkmechanismus der verbesserten Vakzine


Makrophage bei der Aufnahme des verbesserten BCG-Impfstoffs. Dies führt zum Selbstmord der Fresszelle. Dadurch werden die Impfantigene dem Immunsystem besser angeboten und lösen einen deutlich stärkeren Schutz aus. Bild: Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie/Volker Brinkmann



Die Gruppe von Prof. Stefan H.E. Kaufmann am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie hat einen neuen Impfstoff mit deutlich verbessertem Schutz gegen Tuberkulose entwickelt. Der Impfstoff wurde an die Vakzine Projekt Management GmbH, Braunschweig, lizenziert, die Anfang 2006 damit klinischen Studien beginnen wird. Jetzt haben die Forscher das Geheimnis der besseren Schutzwirkung gelüftet (Journal of Clinical Investigations, 18. August 2005).



An Tuberkulose sterben auch heute noch mehr Erwachsene als durch jeden anderen Erreger. Und das Risiko steigt weiter, da eine zunehmende Zahl von Bakterienstämmen Resistenzen gegen die üblichen Medikamente entwickeln. Der bislang verwendete Impfstoff schützt nicht gegen die häufigste Krankheitsform bei Erwachsenen: die Lungentuberkulose. Das Team um Stefan H. E. Kaufmann am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie hat nun gezielt den bisherigen Impfstoff "BCG" verändert, um eine bessere Schutzwirkung zu erreichen. Der neue Impfstamm enthält ein porenbildendes Protein; zudem wurde ein pH-stabilisierendes Protein ausgeschaltet.

Die Veränderungen führen dazu, dass nach der Schutzimpfung auch bislang nicht aktive Teile des Immunsystems gegen die Erreger ankämpfen: Der verbesserte Impfstoff löst in infizierten Fresszellen (Makrophagen), die den Erreger aufnehmen, den programmierten Zelltod aus. Erst damit wird ermöglicht, dass so genannte dendritische Zellen - die potentesten antigenpräsentierenden Zellen überhaupt - einen Impfschutz bewirken. In präklinischen Modellen konnten die Forscher feststellen, dass der neue Impfstoff gegen Lungentuberkulose und sogar gegen die gefürchteten klinischen Isolate vom Beijing-Typ schützt.

Dies Beijing-Stämme, die meist therapieresistent und deutlich aggressiver sind, breiten sich derzeit über die Welt aus. Es wird angenommen, dass sich diese klinischen Isolate als Ausweichstrategie gegen die Medikamententherapie und BCG-Impfung entwickelt haben. "Wir hoffen, mit dem neuen Impfstoff eine wirksame Waffe gegen diese Bedrohung gefunden zu haben", sagt Kaufmann.

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/

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