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Krebsgen Myc und Pontin beeinflussen Zellwachstum

19.08.2005


Verschiedene Gene, die das Wachstum und die Körpergrösse von Tieren bestimmen, spielen auch bei der Entstehung von Krebs eine Rolle. Eines der wichtigsten dieser Gene, das zu einem Krebsgen werden kann, heisst Myc. Untersuchungen von Forschern der Universität Zürich haben jetzt neue Erkenntnisse über die molekulare Wirkungsweise des Krebsgens Myc gebracht. Diese Studie ist kürzlich in der Online-Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) publiziert worden.



Zahlreiche menschliche Tumore weisen eine erhöhte Aktivität des Myc-Gens auf. Entsprechend intensiv ist dieses Gen von vielen Forschergruppen untersucht worden. So konnte kürzlich gezeigt werden, dass Myc als Transkriptionsfaktor funktioniert - es kontrolliert die Aktivität von vielen anderen Genen, indem es selber direkt an diese Gene bindet. Viele dieser Zielgene von Myc spielen dann direkt eine Rolle beim Zellwachstum und bei der Zellvermehrung, was zumindest teilweise den Einfluss von Myc auf die Krebs-Entstehung und die Wachstums-Kontrolle erklärt. Was aber spielt sich genau ab, nachdem Myc sich an seine Zielgene gebunden hat und wie führt dies zur Transkription dieser Gene? Dieser Frage gehen die Forscher um Prof. Peter Gallant vom Zoologischen Institut der Universität Zürich nach. Dabei benützen sie die Taufliege Drosophila melanogaster für ihre Untersuchungen. Es hat sich nämlich gezeigt, dass das Myc-Protein von Taufliegen sehr ähnliche Eigenschaften besitzt wie dasjenige von Wirbeltieren. Das experimentelle Studium der Myc-Funktion gestaltet sich an der Taufliege aber um vieles einfacher als an Mäusen oder gar an Menschen.

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Die neue Studie der Zürcher Forscher hat ergeben, dass ein Protein namens Pontin eine wichtige Rolle spielt für die Funktion des Krebsgens Myc. Pontin bindet zusammen mit Myc an gewisse Zielgene und sorgt dafür, dass diese Gene inaktiv bleiben und nicht transkribiert werden. Die Bedeutung von Pontin zeigt sich ausserdem darin, dass Taufliegen mit mutantem Pontin-Gen ähnliche Defekte aufweisen wie Taufliegen, denen Myc fehlt. Darüber hinaus zeigen die Myc-Gene und Pontin-Gene eine starke genetische Interaktion; Fliegen, in denen gleichzeitig die Aktivitäten von Myc und Pontin reduziert wurden, weisen starke Wachstums-Defekte auf. Diese Studie belegt also die Wichtigkeit von Pontin für die Wachstums-Funktion von Myc während der normalen Entwicklung. Dies wiederum lässt vermuten, dass Pontin auch essentiell ist für die Krebs-Funktion von Myc. Somit dürfte Pontin ein lohnenswertes Ziel sein für die Entwicklung von krebsbekämpfenden Medikamenten.

Kontakt:

Prof. Peter Gallant, Zoologisches Institut der Universität Zürich
Tel. +41 44 635 48 12
E-Mail: gallant@zool.unizh.ch

Beat Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.unizh.ch/

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