Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschirr und Besteck aus biologisch abbaubaren Kunststoffen

12.08.2005


Die Besucher des Weltjugendtags in Köln sollen nicht Hunger leiden. Für das leibliche Wohl sorgen Catering-Unternehmen, die Geschirr und Besteck aus biologisch abbaubaren Kunststoffen einsetzen. Nach dem Mahl soll daraus umweltfreundlich Biogas entstehen.

... mehr zu:
»Besteck »Geschirr »Kunststoff »Rohstoff

"Die Speisung der 800 000 Jünger", also der Besucher des 20. Weltjugendtags in Köln wird dank Geschirr und Besteck aus Bioplastik keine Spuren in der Umwelt hinterlassen. Über sechs Millionen Mahlzeiten werden zwischen dem 16. und 21. August wohl samt der entsprechenden Mengen an Bestecksets, Tellern, Schalen, Bechern und Servietten über die Theken der 300 Restaurants gehen. Nach Gebrauch wandern Geschirr und Besteck samt Essensresten in eine Biogasanlage und werden vergoren. Diese umweltfreundliche Energie lässt sich zur Produktion neuer Catering-Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen einsetzen. Marktreif sind solche Geschirre und Bestecke schon seit einiger Zeit. Auch in ihren Gebrauchseigenschaften können sie den herkömmlichen, die meist aus Polystyrol bestehen, Paroli bieten. Doch sind sie immer noch etwa doppelt so teuer wie solche, die letztlich aus Erdöl bestehen. Daher wird das Projekt finanziell gefördert - vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe.

Die Loick AG für nachwachsende Rohstoffe, einer der führenden Anbieter von solchen Produkten, setzt bei der Produktion der Catering-Artikel für den Weltjugendtag auf den Biokunststoff Biograde® 300A. Entwickelt wurde er von Forschern der FKuR Kunststoff GmbH und des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen. Unter den Kunststoffen, die auf Cellulose basieren und nach DIN EN 13432 biologisch abbaubar sind, ist er der einzige, der für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist.


Die Polymerkomponente ist Celluloseacetat, ein Stoff, der aus Cellulose und damit letztlich aus Holz gewonnen wird. "Der Kunststoff selbst ist nicht neu - hier kam es vielmehr auf die Rezeptur an", verrät Anneliese Kesselring von der UMSICHT-Abteilung Nachwachsende Rohstoffe. "Die erforderliche hohe Temperaturbeständigkeit erreichen wir mit einer Mischung natürlicher mineralischer Füllstoffe." Sie wird wiederum mit dem Polymer gemischt und in einem Extruder compoundiert, wie Fachleute sagen. Neben den Materialeigenschaften ist die Verarbeitbarkeit ein sehr wichtiger Punkt. Artikel aus dem Kunststoff-Compound lassen sich problemlos auf jeder Standardspritzgießmaschine mit Universalschnecke produzieren. Bei diesen Verfahren sind hohe Einspritzgeschwindigkeiten erwünscht. Auch die Nachdruck- und die Kühlzeit können sehr kurz gehalten werden. Unter dem Strich resultieren daraus die aus ökonomischen Gründen angestrebten kurzen Zykluszeiten.

Ansprechpartnerinnen:
Anneliese Kesselring
Telefon: 0 21 54 / 92 51-24, Fax: -51
anneliese.kesselring@umsicht.fraunhofer.de

Dipl.-Ing. Carmen Michels
Telefon: 02 08 / 85 98-12 65, Fax: -12 90
mic@umsicht.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fraunhofer.de/geschaeftsfelder/geschaeftsfeld/index.php?bereich=nachwachsende_rohstoffe

Weitere Berichte zu: Besteck Geschirr Kunststoff Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

nachricht Leibwächter im Darm mit chemischer Waffe
20.01.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise