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Mehr Lebenszeit für Krebspatienten dank Antikörpertherapie

29.07.2005


Rund 15.000 Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einer heimtückischen Krebsart - dem Lymphknotenkrebs (Fachausdruck Lymphom). Wodurch ein Lymphom entsteht ist weiterhin ungeklärt und unspezifische Symptome, ähnlich der vieler anderer Krankheiten, erschweren die Diagnose. In jüngster Zeit konnten jedoch vor allem durch die Antikörpertherapie große Fortschritte in der Behandlung erzielt werden. Aktuell bestätigen dies auch neue Studiendaten, die auf dem diesjährigen amerikanischen Krebskongress ASCO von der Deutschen Studiengruppe Niedrigmaligne Lymphome (GLSG) um Prof. Wolfgang Hiddemann, Uniklinik München, vorgestellt wurden: Die fortgesetzte Gabe des Antikörpers Rituximab verdoppelt bei Lymphom-Patienten die krankheitsfreie Zeit. Dieses beeindruckende Ergebnis konnte bei Patienten erzielt werden, denen man nach Abschluss einer kombinierten Chemo- und Antikörpertherapie weiter den Antikörper gegeben hatte. Ziel einer Erhaltungstherapie ist es, die eventuell nach einer Anfangstherapie im Körper verbliebenen Tumorzellen am Wachstum zu hindern oder zu töten. Gleichzeitig wird durch den Einsatz der Antikörpertherapie als Erhaltungstherapie eine Rückkehr der Erkrankung unwahrscheinlicher.

Wie funktioniert die Antikörpertherapie?

Anders als herkömmliche Therapien greifen Antikörper die Krebszellen zielgerichtet an. Wie alle Zellen, weisen auch Krebszellen bestimmte Eiweißkörper (Antigene) an ihrer Oberfläche auf. Bei Krebszellen können diese von körpereigenen Antikörpern oftmals nicht erkannt und somit nicht bekämpft werden. Daher werden dem Patienten im Labor hergestellte Antikörper wie der Wirkstoff Rituximab verabreicht, die sich an die Krebszellen heften und es dem Immunsystem so ermöglichen, den Tumor zu zerstören. Der Vorteil dieser Behandlung: Sie ist nebenwirkungsarm, gesunde Zellen bleiben verschont. Basierend auf diesen Ergebnissen wird das Medikament nun in Kombination mit verschiedenen Chemotherapien geprüft. Auch die Anwendung bei der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) ist derzeit Gegenstand der Forschung.

Dr. H.-U. Jelitto | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.roche.de

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