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Reismehlkäfer als Modellorganismus für Forschungen zur Evolution

28.07.2005


Der Reismehlkäfer Tribolium castaneum dient der Wissenschaft bereits seit längerem als Modellorganismus, um Wege der Evolution zu erforschen. Nachdem seine Genomsequenz nun entschlüsselt ist, eröffnen sich den Experten neue Forschungsfelder. Ein internationales Treffen der Tribolium-Forscher, das zweite dieser Art, findet am 3. und 4. August 2005 an der Universität Göttingen statt. An dem Workshop mit Vorträgen und Posterpräsentationen werden rund 50 Experten aus Deutschland, Europa und den USA teilnehmen. Zu der Veranstaltung lädt die Abteilung Entwicklungsbiologie am Institut für Zoologie und Anthropologie ein. Anliegen des Treffens unter der Leitung von Prof. Dr. Ernst A. Wimmer ist es, aktuelle Forschungsergebnisse zur Evolution des Käfers mit Erkenntnissen zur Taufliege Drosophila melanogaster zu vergleichen.


Reismehlkäfer Tribolium castaneum



Wie Prof. Wimmer erläutert, lassen sich Evolutionswege anhand der embryonalen Entwicklung untersuchen. Während der Embryogenese werden bei allen Insekten so genannte Segmente herausgebildet. Intensiv erforscht sind diese Abschnitte für die Taufliege Drosophila melanogaster. "Neue Forschungsergebnisse haben jedoch gezeigt, dass die Segment-Unterteilung bei Reismehlkäfer und Taufliege unterschiedlich erfolgt, die Drosophila ist ein Sonderfall", so der Entwicklungsbiologe. "Wenn wir diese Unterschiede entschlüsseln, können wir nachvollziehen, wie die Evolution verschiedene Körperformen hervorbringt." Im Rahmen der Tagung wollen die Tribolium-Forscher die weiteren Arbeiten zur Auswertung der Genomsequenz des Reismehlkäfers koordinieren und in diesem Zusammenhang die Entwicklung neuer Techniken erörtern. Dazu gehört auch der Insertations-Mutagenese-Screen. Dabei wird ein "hüpfendes Gen" zufällig in das Erbgut des Käfers eingebaut, wobei Mutationen in verschiedenen Genen entstehen können, die sich dann für weitere Untersuchungen isolieren lassen. An dem ersten Screen dieser Art beim Reismehlkäfer sind auch die Göttinger Wissenschaftler beteiligt.

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwdg.de/~gbucher1

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