Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tests für Hülle und Fülle

31.08.2001


© Fraunhofer IVV - Die Testgruppe beurteilt, ob verpackte Lebensmittel verändert riechen oder schmecken. Im Verbund mit chemischen Untersuchungen werden so Verpackungen verbessert


Lebensmittel sollen unverändert und gut schmecken. Riechen sie hingegen muffig oder chemisch, kann auch ihre Verpackung daran schuld sein. Fraunhofer-Forscher rümpfen die Nasen und analysieren Inhaltsstoffe, um die Geruchsquelle zu ermitteln und abzustellen.

Riecht die Tütensuppe nicht irgendwie muffig oder nach Lösemitteln? - »Diese Brühe ess ich nicht!« sagt der unfreiwillige Suppenkaspar, schüttet sie weg und nimmt sich vor, die Marke zukünftig nie wieder zu kaufen. Ein für Lebensmittel untypischer Geruch oder Geschmack ist nicht unbedingt auf ein überschrittenes Haltbarkeitsdatum zurückzuführen - auch die Verpackung kann daran schuld sein. Nebenprodukte in Kunststofffolien, -bechern, -flaschen oder Kartons können ebenso in Lebensmittel übertreten wie Komponenten von Druckfarben. Damit es nicht bei einem »irgendwie muffig« bleibt, lassen Hersteller von neuen Verpackungen deren Eigenschaften sensorisch und physiko-chemisch testen - zum Beispiel beim Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV. Dazu veranstaltet das Institut am 17. und 18. Oktober in Freising ein Seminar mit Workshop.

Gabriele Haack hat sich auf solche Prüfungen spezialisiert und weiß, wie man sie nach DIN 10 955 richtig durchführt: »Wichtig ist, dass möglichst realitätsnah geprüft wird. So muss ein Stück des Verpackungsmaterials mit der passenden Menge des Lebensmittels in Kontakt gebracht werden. Auch das Lebensmittel selbst muss richtig gewählt werden, denn Butter verhält sich anders als Orangensaft.« Nachdem Hülle und Fülle mindestens einen Tag luftdicht abgeschlossen miteinander verbracht haben, kommt das zwölfköpfige Testteam des IVV. Die wie Wein- oder Lebensmittelverkoster speziell geschulten Teilnehmer bewerten die Veränderungen gegenüber dem unveränderten Lebensmittel auf einer fünfteiligen Skala von »keine« bis »starke Geruchs- oder Geschmacksabweichung«. Dank ihrer Erfahrung wurden die Tests kürzlich von der Deutschen Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH zugelassen. Da Geschmäcker verschieden sind, werden die Beurteilungen gemittelt und statistisch ausgewertet.

Zwar sind Nase und Zunge sehr empfindliche Sinne - auf eine chemische Untersuchung wird dennoch nicht verzichtet. Mit einem Gaschromatographen werden auch solche Substanzen identifiziert, die von den Testern keiner chemischen Verbindung zugeordnet werden konnten. Lebensmittelchemikerin Haack erklärt, warum sie dennoch nicht auf ihre Kollegen verzichten kann: »Nach der Definition des Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum müssen Lebensmittel unter angemessenen Aufbewahrungsbedingungen ihre spezifischen Eigenschaften behalten. Und dazu zählen eben auch sensorische Merkmale wie Farbe, Konsistenz und der gute Geschmack.«

Ansprechpartner:
Leb. Chem. Gabriele Haack, M. Sc.
Telefon: 08 61/4 91-7 60
Fax: 08 61/4 91-7 77 
haack@ivv.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV
Giggenhauserstraße 35
85354 Freising
Pressekontakt:
Karin Agulla
Telefon: 08 61/4 91-1 20
Fax: 08 61/4 91-2 22 
ka@ivv.fhg.de

Beate Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivv.fhg.de/

Weitere Berichte zu: Fülle Hülle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten
08.12.2016 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Herz-Bindegewebe unter Strom
08.12.2016 | Universitäts-Herzzentrum Freiburg - Bad Krozingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops