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Biodiversität und biologische Invasion

28.07.2005


Goldrute und Co. verdrängen heimische Arten



Was versteht man unter "biologischer Invasion" und was bedeuten solche Invasionen für die Vielfalt an heimischen Organismen? Biologische Invasionen, darunter werden die durch Menschen ermöglichte Vermehrung und Ausbreitung von Organismen außerhalb ihrer natürlichen Herkunftsgebiete verstanden. Sie gelten weltweit als wesentlicher Gefährdungsfaktor der Biodiversität und verursachen Kosten in Milliardenhöhe. Beeinträchtigungen der natürlich vorkommenden Organismen können durch unmittelbare Effekte (Schädlinge, Pathogene, Konkurrenz), direkte Effekte (z.B. Stickstoff-Anreicherung) sowie genetische Veränderungen entstehen. Von den mehreren Tausend nach Deutschland eingeführten Pflanzenarten verursachen nur einige wenige Arten massive Schäden.



Während der Tagung "Invasive Arten in Deutschland: Aktivitäten und Umsetzungsmöglichkeiten", die kürzlich in Göttingen stattfand, wurde eine vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) in Auftrag gegebene Umfrage bei Mitarbeitenden von Naturschutzbehörden vorgestellt. Riesenbärenklau, Indisches Springkraut, Staudenknöterich und Goldruten wurden als häufigste Problemfälle unter den invasiven Pflanzenarten genannt. Vor allem die mit der Ausbreitung der so genannten Neophyten befürchteten Verdrängungseffekte wurden kritisch bewertet. Bekämpfungsmaßnahmen waren bisher in den wenigsten Fällen von Erfolg gekrönt.

Beispiele aus Hamburg-Wandsbek und Freiburg, wo Riesenbärenklau bzw. Staudenknöterich-Arten erfolgreich bekämpft wurden, zeigen, dass dies nur möglich ist, wenn die Zuständigkeiten geklärt sind und eine Abstimmung zwischen allen Beteiligten stattfindet. Eine Einbindung von freiwilligen Helfern, zum Beispiel in Form von Bachpaten, ist sinnvoll. Die Bevölkerung muss informiert werden (Flyer, Internet, etc.) und entsprechende Logistik (Werkzeug, Abtransport des Materials, etc.) vorhanden sein. Auf die Biologie der invasiven Pflanzenarten zugeschnittene Bekämpfungsmaßnahmen in definierten, überschaubaren Abschnitten haben sich als zweckmäßig erwiesen.

Dr. Ute Zöllner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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