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Quastenflosser: Lebende Fossilien auf dem Vormarsch

25.07.2005


Wie sich die urtümlichen Fische ausbreiten - Bericht in "Nature"



Jeder Schüler lernt im Biologie-Unterricht den Quastenflosser kennen. Dieser urtümliche Fisch dürfte so ähnlich aussehen wie diejenigen Lebewesen, die im Lauf der Evolution als erste Wirbeltiere aus dem Meer an Land kamen. Bislang war die Wissenschaft der Meinung, dass die wenigen noch lebenden Quastenflosser dem Aussterben geweiht seien. Doch Forscher aus Würzburg und Seewiesen sehen das anders.

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Ihre Sicht der Dinge beschreiben Manfred Schartl und Ute Hornung vom Biozentrum der Uni Würzburg gemeinsam mit Karen Hissmann, Jürgen Schauer und Hans Fricke vom Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen jetzt in der Zeitschrift "Nature". Die heute bekannten Fundorte der Quastenflosser liegen an mehreren Stellen vor der Küste Süd- und Ostafrikas sowie im Bereich der Komoren und Madagaskars. Die Tiere dort sind allesamt sehr eng miteinander verwandt, wie genetische Untersuchungen am Biozentrum nun gezeigt haben.

"Wir denken, dass die Quastenflosser von den Komoren aus immer wieder an andere Orte versprengt werden und dort neue Populationen bilden", sagt Schartl. Zu dieser These passt, dass die Bestände in diesem Gebiet entlang der großen Meeresströmungen vorkommen. Vor Südafrika wurden vor kurzem sogar trächtige Weibchen gesichtet. Darum das Fazit der Forscher: "Der Quastenflosser ist gewissermaßen auf dem Vormarsch und wird uns darum vermutlich als lebendes Fossil erhalten bleiben." Dennoch ändere das nichts daran, dass die urzeitlichen Lebewesen nach wie vor bedroht seien und besonderen Schutz und Aufmerksamkeit brauchen.

Als lebende Fossilien werden Tiere oder Pflanzen bezeichnet, die irrtümlicherweise als ausgestorben galten. Der erste lebendige Quastenflosser wurde 1938 durch Zufall vor Südafrika gefangen. Es folgte eine fieberhafte Suche nach weiteren Exemplaren, die aber ohne Erfolg blieb. Erst 15 Jahre später fand man dann erneut einzelne Quastenflosser bei den Komoren. Heute geht die Wissenschaft dort von einer Restpopulation von etwa 200 Tieren aus.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Manfred Schartl, T (0931) 888-4149, Fax (0931) 888-4148, E-Mail: phch1@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Manfred Schartl, Ute Hornung, Karen Hissmann, Jürgen Schauer, Hans Fricke: "Relatedness among east African coelacanths", Nature Vol. 435 (7044), 16. Juni 2005, Seite 901, DOI 10.1038/435.

Hinweis für Redaktionen/Journalisten: Eine pdf-Datei mit der Originalarbeit aus "Nature" können Sie bei der Pressestelle anfordern, T (0931) 31-2401, emmerich@zv.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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