Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Molekulargenetisch modifizierte Ratten als Modellorganismen für die Arzneimittelforschung

21.07.2005


Die ARTEMIS Pharmaceuticals GmbH (Köln) und die RiNA GmbH (Berlin) gaben heute den Start einer mit 2,8 Mio EURO ausgestatteten Forschungskooperation zur Entwicklung molekulargenetischer Methoden, die das Abschalten ("Knockdown") der Funktion wichtiger Gene mit Hilfe der RNA-Interferenz (RNAi) in Ratten ermöglichen sollen, bekannt. Unter dem Dach des RiNA RNA-Netzwerks (Berlin) kooperieren die Arbeitsgruppen von Prof. Michael Bader, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC, Berlin-Buch) sowie Prof. Holger Reichardt, Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg, mit ARTEMIS Pharmaceuticals (Köln).


Ziel ist die Entwicklung neuartiger Methoden für die Funktionsanalyse von Genen, die im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen des Menschen stehen, in transgenen Ratten als Modell für die Humanbiologie. Die Arbeiten des MDC sowie der Universität Würzburg werden von ARTEMIS bzw. dem RiNA RNA-Netzwerk finanziert.

ARTEMIS erhält vom Bundesforschungsministerium für den besagten Zeitraum eine finanzielle Förderung in Höhe von 1,3 Mio EURO. Die Ergebnisse aus diesem Projekt werden von ARTEMIS kommerzialisiert. In diesem Zusammenhang haben die RiNA GmbH und ARTEMIS einen Lizenzvertrag abgeschlossen.


Die Funktionsanalyse von Genen durch Expression von shRNA in transgenen Mäusen ist von ARTEMIS inzwischen in Teilgebieten zur Anwendungsreife entwickelt worden. Die entsprechenden Methoden werden bei einer Reihe maßgeblicher Pharmafirmen, die Vertragspartner von ARTEMIS sind, weltweit bereits erfolgreich eingesetzt. Verfahren zur Modifikation von Ratten sind dagegen bisher nicht verfügbar.

Molekulargenetisch veränderte Ratten wären - ihrer in verschiedenen Aspekten besonders ausgeprägten biologischen Ähnlichkeit mit dem Menschen wegen - äußerst wichtige Modellorganismen für die Arzneimittelforschung. Daher werden unter Nutzung der bei ARTEMIS im Bereich der Mausgenetik erarbeiteten wissenschaftlichen Methoden im Rahmen der Forschungskooperation Verfahren entwickelt, die zukünftig auch in der Ratte Genfunktionsanalysen, wie sie bisher nur in der Maus eingesetzt werden können, möglich machen.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Bader bringt ihre langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Transgenese von Ratten zur Untersuchung von kardiovaskulären Erkrankungen in das Projekt ein. Im Institut von Prof. Reichardt ist ausgewiesene Expertise auf dem Feld der gezielten Modifikation des Rattengenoms, die in das Projekt einfließt, vorhanden.

Die im Rahmen der Forschungskooperation erarbeiteten wissenschaftlichen Methoden zur Generierung von neuartigen Rattenmodellen werden dazu beitragen, schwerwiegende Erkrankungen des Menschen zukünftig besser zu verstehen und werden dadurch wichtige Beiträge zur Entwicklung neuer Arzneimittel und Therapieverfahren leisten.

| Binonity.com
Weitere Informationen:
http://www.artemispharma.de
http://www.rna-network.com/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zirkuläre RNA wird in Proteine übersetzt
24.03.2017 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

nachricht Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen
24.03.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise