Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Partnerschaftseinheit Molekularmedizin jetzt in zweiter Phase

18.07.2005


Gemeinsame Pressemeldung des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie und der Universität Heidelberg


Die herausragende Forschungsarbeit der Molecular Medicine Partnership Unit (Partnerschaftseinheit Molekularmedizin, MMPU) wird nun langfristig Bestand haben. Wie die beiden Gründungseinrichtungen des seit 2002 bestehenden Gemeinschaftsunternehmens, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg, bekannt gaben, wollen sie nun eine zweite Phase der MMPU einläuten. Nachdem die Partnerschaft von Beginn an die Vorzüge von medizinischer Wissenschaft und Molekularbiologie kombiniert hat, sollen in der zweiten Phase auch die Verbindungen zwischen beiden Institutionen ausgebaut werden. Dabei will man mehr auf die Integration neuer gemeinsamer Forschungsgruppen aus beiden Organisationen sowie auf verstärkte Bemühungen im Bereich des Postdoktorandenstudiums setzen.

"In dieser zweiten Phase wollen EMBL und Medizinische Fakultät ihre Stärken vor allem gezielt darauf verwenden, eine Partnerschaft im wichtigen Bereich der Molekularmedizin fortzusetzen," erklärt EMBL-Generaldirektor Iain Mattaj. "Dass sich Biologie und Medizin derzeit aufeinander zu bewegen, bedeutet eine großartige Chance für eine langfristige Kooperation unserer Zentren."


"Unsere beiden Häuser intensivieren nun ihre jahrzehntelange hervorragende Kooperation," so der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Peter Hommelhoff. Der Exzellenzwettbewerb von Bund und Ländern habe soeben deutlich vor Augen geführt, dass auch die Politik es als unabdingbar für die Zukunft Deutschlands in der wissenschaftlichen Welt ansieht, Cluster der Hochschulen mit außeruniversitären Forschungszentren zu stärken.

Die Initiatoren der ersten Phase waren Matthias Hentze vom EMBL und der Leiter der Abteilung Onkologie, Hämatologie und Immunologie an der Heidelberger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Andreas Kulozik. Ein unabhängiges Gutachtergremium aus internationalen Experten attestierte der Partnerschaft im vergangenen Jahr, sie sei "erstklassig, höchst beeindruckend und im internationalen Vergleich eindeutig wettbewerbsfähig".

Der Entwicklungsplan für die zweite Phase der MMPU sieht die Schaffung neuer Partnerschaftsprojekte unter gemeinsamer Leitung aus beiden Häusern vor. Die Forschungsthemen werden schwerpunktmäßig aus der Molekularmedizin kommen. Schon jetzt haben Forschungsgruppen zur Mukoviszidose und zu degenerative Erkrankungen infolge von Eisenstoffwechselstörungen Interesse an einer Teilnahme signalisiert, ebenso wie eine Gruppe, die sich mit der Identifikation von Tumormarkern zur Krebsdiagnose befasst.

In der neuen Phase soll die MMPU außerdem von einer virtuellen zu einer physischen Einheit werden. Die Gruppen erörtern einen möglichen Umzug in gemeinsame Räume der Universität Heidelberg. Neben realer kritischer Masse würde das neue Zentrum ideale Voraussetzungen für den Expertendialog bieten. In Ausarbeitung befinden sich außerdem Pläne zu einer verstärkten Ausbildungsinitiative, bei der sowohl "fertige" Mediziner als auch Grundlagenforscher die Möglichkeit haben werden, miteinander einen gemeinsamen Doktorgrad von Medizinischer Fakultät und EMBL zu erlangen. Diese Studenten sowie Mitglieder der MMPU werden dann aktiv an EMBL-Seminaren, Symposien und Fachliteraturzirkeln teilnehmen können.

Pressekontakte:
Trista Dawson
EMBL-Pressereferentin
Tel. 06221 387452
dawson@embl.de

Dr. Michael Schwarz
Universität Heidelberg, Pressesprecher
Tel. 06221 542310
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Über EMBL:
Das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie ist ein Grundlagenforschungsinstitut, das mit öffentlichen Geldern aus 18 Mitgliedsländern finanziert wird - unter ihnen die meisten EU-Länder, die Schweiz und Israel. Die Forschung bei EMBL wird durch etwa 80 unabhängige Gruppen durchgeführt, die das Spektrum der Molekularbiologie abdecken. Das
Laboratorium gliedert sich in fünf Einheiten: das Hauptlabor in Heidelberg sowie Außenstellen in Hinxton (das Europäische Institut für Bioinformatik), Grenoble, Hamburg und Monterotondo in der Nähe von Rom. Die Eckpfeiler von EMBLs Mission sind: Grundlagenforschung im Bereich der Molekularbiologie durchzuführen, Wissenschaftler, Studenten und Gäste auf jedem Niveau auszubilden, den Wissenschaftlern in den Mitgliedsstaaten zentrale Dienste anzubieten und neue Instrumente und Methoden für die Lebenswissenschaften zu entwickeln. An dem internationalen PhD-Programm von EMBL nehmen etwa 170 Studierende teil. Das Laboratorium fördert außerdem ein aktives Programm "Wissenschaft und Gesellschaft". Besucher aus Presse- und Öffentlichkeit sind herzlich willkommen.

Über die Universität Heidelberg:
Die 1386 gegründete Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zählt zu den feinsten Adressen in der internationalen Wissenschaftswelt. Als älteste Universität Deutschlands blickt sie auf eine Tradition zurück, um die sie viele Hochschulen nicht nur hierzulande beneiden. Ob als Zentrum humanistischer Studien im 16. Jahrhundert oder - verbunden mit Namen wie Robert Wilhelm Bunsen, Hermann von Helmholtz, Gustav Robert Kirchhoff - als Brennpunkt naturwissenschaftlicher Forschung im 19. Jahrhundert, stets gingen und gehen bis heute entscheidende Impulse von der Ruperto Carola aus - acht Nobelpreise wurden bislang an Heidelberger Wissenschaftler verliehen. Mit ihrem breiten Fächerspektrum, verteilt auf zwölf Fakultäten, verkörpert die Ruprecht-Karls-Universität in klassischer Weise den Gedanken der "Universitas". Auf vielen Feldern nimmt sie - das belegen zahlreiche Rankings - eine national und international wahrgenommene Spitzenposition ein.

Zur MMPU:
Die Molecular Medicine Partnership Unit (Partnerschaftseinheit Molekularmedizin, MMPU) wurde im Januar 2002 von der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und dem Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) gegründet. Die Mitarbeiter der Partnerschaft entstammen beiden Institutionen, die gemeinsame Leitung liegt in den
Händen von Prof. Dr. med. Andreas E. Kulozik, Universität Heidelberg, und Dr. Matthias W. Hentze, EMBL, die ein auf mittlerweile 12 Wissenschaftler angewachsenes Team beraten. Teamsitzungen und das attraktive Seminarprogramm der international ausgerichteten MMPU werden in englischer Sprache abgehalten. Vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) aus ist die Einheit auf dem Campus des Universitätsklinikums bequem zu Fuß, vom EMBL aus binnen kurzem mit Auto oder ÖPNV zu erreichen.

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.akademie-fuer-weiterbildung.de

Weitere Berichte zu: EMBL MMPU Molekularbiologie Molekularmedizin Partnerschaftseinheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteine entdecken, zählen, katalogisieren
28.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an
28.06.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive