Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ANT - ein Protein, das den programmierten Zelltod verhindern kann

18.07.2005


Die Apoptose, die man als den programmierten Tod einer Zelle definieren kann, dient dazu überzählige, geschädigte oder alte Zellen aus dem Organismus zu evakuieren. Es wird geschätzt, dass die Hälfte aller Krankheiten auf eine Deregulierung dieses Systems zurückzuführen ist. AIDS zum Bespiel ist durch eine zu effektive Apoptose gekennzeichnet und Krebs wird im Gegensatz dazu als eine zu starke Apoptose beschrieben: die Zellen vermehren sich zu schnell. Die Idee war also Proteine zu untersuchen, die diesen Regulationsprozess bestimmen, um anschließend therapeutische Mittel zu entwickeln.

... mehr zu:
»ANT »Apoptose »Protein »Zelltod

Bereits 1988 hatten Wissenschaftler unter der Leitung von Guido Kroemer (Institut Gustave Roussy) in diese Richtung geforscht und Catherine Brenner wählte dieses Thema damals sogar für ihre Post-Doc Arbeit. Die Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass der Adenin- Nukleotid-Translokator (ANT, ein mitochondriales Protein) eine entscheidende Rolle bei der Apoptose Sperre spielt.

Derzeit sind konkrete Ergebnisse für drei Pathologien in Sicht: für die akute Hepatitis, den septischen Schock der Enterotoxin Staphylokokken Gruppe B und für Infarkte, die von einer Okklusion der Gehirnader verursacht werden. Dabei könnten Substanzen zum Einsatz kommen, die bereits bei der Tritherapie gegen HIV Anwendung finden (wie z.B. Nelfinavir oder Ritonavir). Versuche an Mäusen, sowie auch in vivo und in vitro Untersuchungen, haben bis jetzt gute Ergebnisse erzielt. Ob reelle Therapiemöglichkeiten bestehen, oder sogar Möglichkeiten zur Vorbeugung, wird sich in Kürze zeigen. Sollten die Versuche erfolgreich sein, könnte auch über Heilungschancen bei anderen Krankheiten nachgedacht werden, wie z. B. Diabetes oder neurodegenerative Krankheiten.


Kontakt:
Catherine Brenner,
Université de Versailles St-Quentin-en-Yvelines,
45 avenue des Etats-Unis - 78035 Versailles Cedex FRANCE,
Email: catherinebrenner@yahoo.com oder cbrenner@genetique.uvsq.fr,
Tel: +33 1 3925 4552

Quelle: "Inhibition of Adenine Nucleotide Translocator Pore Function and Protection Against Apoptosis in vivo by an HIV Protease Inhibitor", Joel G.R. Weaver et al., Journal of Clinical Investigation, Juni 2005.

Siehe auch Pressebericht vom CNRS vom 1. Juli, http://www2.cnrs.fr/presse/communique/715.htm Redakteur: Jérôme SEGAL, jerome.segal@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich Nr. 81, 15. Juli 2005
Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

Jérôme Segal | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: ANT Apoptose Protein Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Karte der Zellkraftwerke
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung
18.08.2017 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie