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Genetischer Code der Schlafkrankheit entschlüsselt

15.07.2005


Hoffnung auf Medikamente gegen vernachlässigte Krankheiten



Internationale Wissenschafterteams haben die Genome von drei Parasiten sequenziert, die durch die von ihnen verursachten Krankheiten jährlich für den Tod von mehr als 150.000 Menschen verantwortlich sind. Die neuen Forschungsergebnisse sollen Fortschritte in der Behandlung der Changaskrankheit, der afrikanischen Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) und der Leishmaniase ermöglichen. Die Forscher erklärten gegenüber Science, dass sogar die Entwicklung von Impfstoffen möglich sein könnte. An dem Gesamtprojekt arbeiteten mehr als 250 Wissenschafter mit.



Trypanosoma crucei, Trypanosoma cruzi und Leishmania major enthalten zwischen 8.000 und 12.000 Genen. Sie haben jedoch mehr als 6.000 gemeinsam. Najib El-Saued vom Institute for Genomic Research erklärte, dass es daher möglich sein könnte, alle drei Krankheiten mit einem Medikament zu behandeln. Laut der Drugs for Neglected Diseases Initiative besteht derzeit für mehr als 500 Mio. Menschen ein Risiko, von zumindest einer dieser Krankheiten betroffen zu werden.

Die Schlafkrankheit stört den Tagesrhythmus eines Menschen derart, dass er in der Nacht wach bleibt und am Tag schläft. Patienten sind in der Folge nicht mehr in der Lage einfache Tätigkeiten wie das Falten eines Blattes Papier durchzuführen. Der Parasit, der die Changaskrankheit verursacht, kann bis zu 20 Jahre im Körper sein, bis es zu schweren Schädigungen im Körperinneren kommt. In den meisten Fällen ist das Herz betroffen. Es gibt drei Formen von Leishmaniase, die sich durch die Schwere der verursachten Erkrankungen unterscheiden. Am gefährlichsten ist laut BBC die so genannte viszerale Leishmaniase, das schwarze Fieber, das ohne eine entsprechende Behandlung in den meisten Fällen zum Tod führt. Die Schleimhautleishmaniase führt zu entstellenden Läsionen, die die Schleimhaut in Nase, Mund und Rachen zerstören. Die Hautleishmaniase schließlich verursacht zahlreiche Wunden auf der Haut.

Neue Medikamente zur Behandlung der so genannten vernachlässigten Krankheiten sind laut zahlreichen Wissenschaftern dringend erforderlich. Viele der derzeit eingesetzten Behandlungsformen sind Jahrzehnte alt, führen teilweise zu schweren Nebenwirkungen und wirken aufgrund in der Zwischenzeit entstandener Resistenzen der Krankheitserreger nicht mehr. Sanjeev Krishna von der University of London erklärte laut BBC, dass die Behandlung der Schlafkrankheit derzeit einem russischen Roulette gleiche. Derzeit wisse man nicht wer durch die Behandlung gerettet und wer durch sie getötet werde.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org/sciext/tryp
http://www.tigr.org
http://www.dndi.org

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