Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blattläuse mit Golddraht verkabelt

14.07.2005


EPG ermöglicht Einblicke in das Saugverhalten von Blattläusen.


Eine Blattlaus leitet über einen feinen Golddraht elektrische Signale weiter, die Auskunft über den Stechvorgang geben. Foto: BAZ



Mit einer ungewöhnlichen Methode ist es heute möglich, das Saugverhalten von Blattläusen und anderen saugenden Pflanzenschädlingen genau zu studieren. Feinste Golddrähte als elektrische Leiter sind dabei der Schlüssel zu Erfolg.

... mehr zu:
»BAZ »Blattlaus »Golddraht »Insekt


EPG - Electrical Penetration Graph - lautet die Bezeichnung für das Verfahren, das den Wissenschaftlern detaillierte Einblicke in das Saugverhalten Pflanzensaft saugender Insekten erlaubt. Die Sechsbeiner werden dafür mit einem haardünnen Golddraht elektrisch leitend verbunden. Über diesen nur zwei hundertstel Millimeter starken Draht, der die Bewegung der Insekten möglichst wenig behindern soll, werden die beim Einstich in die Pflanze entstehenden elektrischen Signale an einen Verstärker geleitet und im Computer gespeichert. Während des Einstechens und Saugens ergeben sich charakteristische Signalmuster, die Rückschlüsse über das Verhalten der Insekten sowie die Position der Stechborsten zulassen. So lässt sich zum Beispiel ableiten, ob sich die Stechborsten innerhalb oder außerhalb der Zelle befinden, ob Saft oder Wasser aufgenommen oder Speichel abgegeben wird.

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) nutzen das Verfahren, um aufzuklären, wie sich Pflanzen gegen Blattläuse zur Wehr setzen. Die Forscher erhoffen sich wertvolle Erkenntnisse für die Züchtung von Pflanzen, die weitgehend unempfindlich (resistent) gegen Blattlausbefall sind. Aber auch Vorgänge bei der Übertragung von Pflanzenviren oder die Wirkungsweise von Pflanzenbehandlungsmitteln auf das Saugverhalten der Insekten werden mit Hilfe des EPG-Verfahrens untersucht.

Anwender dieser Methode zu einem breiten Erfahrungsaustausch zusammenzubringen war Ziel eines EPG-Workshops, den das Institut für Epidemiologie und Resistenzressourcen der BAZ kürzlich in Aschersleben veranstaltet hat. Wissenschaftler aus den Bundesforschungsanstalten, aus deutschen Universitäten und dem benachbarten Ausland nutzten die Gelegenheit, ihre Ergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. Die Themen reichten von den Grundlagen der Entstehung der verschiedenen EPG-Muster über ihre biostatistische Auswertung bis zum Nachweis von spezifischen Signalen der Pflanzen, die beim Saugen der Blattläuse registriert werden können. Darüber hinaus wurden auch Saugmuster von Zikaden vorgestellt.

Als sehr gelungen lobten die Teilnehmer die Initiative der BAZ, da sie nicht nur neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen, sondern auch fachliche Kontakte knüpfen konnten.

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de/index.cfm?

Weitere Berichte zu: BAZ Blattlaus Golddraht Insekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Spot auf die Maschinerie des Lebens
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen

nachricht Immunsystem kann durch gezielte Manipulation des Zellstoffwechsels reguliert werden
23.08.2017 | Medical University of Vienna

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie