Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Summende Fische stören sich selbst nicht

13.07.2005


Forscher entdecken Phänomen des gezielten Weghörens




Das seltsame Summen des Bootsmannfisches stört zwar Menschen, die in der Nähe des Ozeans zwischen Alaska und Kalifornien leben. Den Fischen selbst kann der Lärm nichts machen, denn beim Erzeugen des Lockrufs schalten ihre Hörorgane auf taub, berichten die Wissenschaftler im Magazin Journal of Neuroscience.

... mehr zu:
»Hörorgan »Lärm »Ohr


Der Bootsmannfisch (Porichthys notatus) ist bereits im Vorjahr zum Helden der Forscher der Cornell University avanciert. Damals hatten die Forscher festgestellt, dass ein im Blut zirkulierendes Östrogen des Fischweibchens das Gehör so verändert, dass sie es nach Liebe rufenden Mann besser finden kann. Nun hat der Neurologe Andrew Bass dieses Phänomen näher untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass beim 25 Zentimeter großen Fisch der gleiche Teil des Gehirns für die Impulse der Lauterzeugung und die Gehörunterdrückung zuständig ist. Die Nervensignale werden an Muskeln um die Schwimmblase - das Gleichgewichtsorgan - weitergeleitet, und erzeugen den Lärm. Dieselben Gehirnareale senden auch Signale an die Härchen im Hörorgan, um den Lärm zu drosseln. Bei der Untersuchung der Signale stellten die Forscher fest, dass diese etwa 100 Mal pro Sekunde erfolgten und ein perfektes Zusammenspiel erforderlich machten.

Bisher hatten Forscher zwar festgestellt, dass zahlreiche Tiere wie Grillen, Fledermäuse oder Affen ihre Hörorgane so drosseln können, dass sie sich durch den selbst erzeugten Lärm nicht selbst schädigen, allerdings war ihnen unklar wie das genau vor sich geht. Auch bei Menschen ist das der Fall. Wirbeltiere verfügen aber über eine Nervenverbindung zwischen Ohr und Hirn, die ähnlich der des Fisches ist. Experten wie der Neurologe Robert Baker von der New York University kennen ähnliche Phänomene von anderen Sinnesorganen wie etwa dem Geruchssinn. "Man riecht eher jemanden anderen als sich selbst", führt der Experte aus.

Menschen verfügen zudem über einen Reflex im Ohr, der das Trommelfell versteift und dadurch Hörschäden verhindert. Dieser wird allerdings schwächer, wenn er wiederholt mit Lärm in Berührung kommt und verhindert somit nur kurzfristigen Lärm.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.jneurosci.org
http://www.nbb.cornell.edu

Weitere Berichte zu: Hörorgan Lärm Ohr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit
19.10.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Rasche Umweltveränderungen begünstigen Artensterben
19.10.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie

Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb

19.10.2017 | Verkehr Logistik

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten