Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien gegen Husten und Schnupfen

30.06.2005


Rostocker Forscher arbeiten an Heilung von Erkältungen durch probiotische Mittel



Ein natürliches mittel gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit ist das Ziel von Forschern am Institut für Mikrobiologie am Universitätsklinikum Rostock. Im Rahmen eines bundesweiten Forschungsprojektes untersucht eine Rostocker Wissenschaftlergruppe die Wirkungsweise von probiotischen Bakterien, um sie für Atemwegserkrankungen nutzbar zu machen. Das Projekt wird vom Bundesbildungsministerium gefördert, außerdem konnten vier Unternehmen gewonnen werden, sich an der Forschung zu beteiligen. Zwei Jahre lang wurde bereits an dem Projekt gearbeitet. Am 1. Juli 2005 tritt es in seine letzte Phase.



Probiotika bezeichnen Mikroorganismen wie Bakterien, die vom Menschen aufgenommen werden und heilend wirken. "Probiotika werden bereits mit Erfolg bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn eingesetzt und befinden sich als darmregulierende Lebensmittel auf dem Markt", sagt Professor Dr. Dr. Andreas Podbielski, Leiter der Abteilung für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Institut für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene. "Wir wollen sie aber für ganz einfache Atemwegserkrankungen einsetzen: Schnupfen, Husten Heiserkeit." Das seien zwar keine schwerwiegenden Krankheiten. Dennoch beeinträchtigen sie das körperliche Wohlbefinden und können namentlich in Familien mit Kindern durch gegenseitige Ansteckung regelrecht zur Plage werden. Als Joghurtdrink sollen sie allerdings nicht in Erscheinung treten, so Professor Podbielski weiter, vielmehr sei an den Einsatz als Lutschtablette oder Spray gedacht. Erhältlich soll das Mittel in Apotheken sein.

Der Einsatz von Probiotischen Bakterien sei wünschenswert, weil es sich um eine sehr natürliche Art der Therapie handele, so Professor Dr. Dr. Podbielski. Der Mensch als ein von Bakterien besiedelter Organismus sei auf das Gleichgewicht dieser körpereigenen Mikroorganismen angewiesen. Behandlung mit Medikamenten bewirke stets eine Verschiebung der Gleichgewichte, die dann als Nebenwirkung wahrgenommen wird: Bekanntes Beispiel: die Magen-Darm-Probleme bei Einnahme von Antibiotika. Probiotischen Bakterien gelingt es nun, die verschobenen Gleichgewichte wieder in Ordnung zu bringen. "Die agieren wie Polizisten oder gut genährte Kerle, die mit breiten Schultern dafür sorgen, dass das Team wieder funktioniert", beschreibt es Professor Podbielski. Wie genau das aber geschieht, wird jetzt an der Universität Rostock untersucht, um dann die Funktionsweise probiotischer Bakterien gezielt für Atemwegserkrankungen einsetzen zu können.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung und Bildung. An der Universität Rostock arbeitet eine von bundesweit rund 30 Forschungsgruppen, die in das Netzwerk PathoGenoMik eingebunden sind und jeweils unterschiedliche Problemfelder untersuchen. Federführend ist die Universität Würzburg. Zudem konnten vier Unternehmen gewonnen werden, die das Projekt unterstützen. Die Rostocker Wissenschaftler arbeiteten bereits von 2002 bis 2004 an der Untersuchung der Wirkung probiotischer Bakterien. Am 1. Juli 2005 tritt das Projekt in seine letzte Phase.

Dr.-Ing. Karl-Heinz Kutz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wüstenameisen lassen sich nicht in die Irre führen
23.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Up-Scaling: Katalysatorentwicklung im Industriemaßstab
22.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

23.11.2017 | Geowissenschaften

Leistungsfähigere und sicherere Batterien

23.11.2017 | Energie und Elektrotechnik

Ein MRT für Forscher im Maschinenbau

23.11.2017 | Maschinenbau