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Forscher tricksen kurzlebige Zellen aus

17.06.2005



Gezüchtete Blutgefäße bringen einen neuen Therapieansatz für Herzerkrankungen

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Wissenschaftern der Duke University ist es erstmals gelungen, langlebige Blutgefäße aus menschlichem Zellgewebe heranzuzüchten. Die US-amerikanischen Forscher haben somit ein zentrales Problem - nämlich die Kurzlebigkeit der Zellen - überwunden. Gelungen ist ihnen dies, indem sie die Spenderzellen mit einem harmlosen Virus infizierten. Dieses enthält ein Enzym, das die Langlebigkeit der Zellen anregt. Dadurch rückt die Möglichkeit von Arterientransplantationen für Herzpatienten deutlich näher. "Unsere Ergebnisse bedeuten einen Riesenschritt bei der Entwicklung von Blutgefäßen, die zur Behandlung von Patienten mit Gefäßerkrankungen eingesetzt werden können", erklärte Studienleiterin Laura Niklason.

Das überwiegende Problem bei Herzerkrankungen ist die Atherosklerose. Dabei bilden sich Ablagerungen innerhalb der Arterienwände. Patienten, die unter verstopften Arterien leiden, waren bisher auf einen Bypass durch andere Blutgefäße angewiesen. Diese sind entweder aus den Beinen der Patienten entnommen oder mittels eines künstlichen Transplantats ersetzt worden. Bei alten Menschen ist der Bypass jedoch ein Problem, da ihre Gefäße nicht mehr gesund genug sind. Künstliche Transplantate funktionieren zwar dann sehr gut, wenn sie nur kleine Gefäße ersetzten, sie können jedoch bei Bypässen im Herzen zu Komplikationen führen und verklumpen.


Um diese Probleme zu vermeiden, haben die Forscher betroffenen Patienten körpereigenes Gewebe entnommen. Daraus isolierten sie die Zellen der Blutgefäße und infizierten sie mit einem Virus, welches das Enzym human-telomerase-reverse-transriptase (hTERT) trägt. Dieses Enzym ist ein Telomer, das im menschlichen Gewebe wie eine Eieruhr funktioniert und die Zellteilung bei jedem Mal verkürzt. Bei alten Menschen können sich die Zellen weniger häufig teilen, da sie über viel kürzere Telomere verfügen. "Durch das Blockieren des Telomer-Timers und eine Behandlung der Zellen mit hTERT konnten wir eine weitere Vervielfachung der Zellen initiieren", so Niklason.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.duke.edu/

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