Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Erkenntnisse über die infektiöse Struktur eines Pilz Prions

16.06.2005


Das Wort “Prion” wurde 1982 von Stanley Prusiner eingeführt, als Abkürzung für „proteinaceous infectious particles“. Es handelt sich dabei um Eiweiße, die zwei verschiedene Formen aufweisen können: eine „normale“, mit einer gebundenen, nicht immer bekannten Funktion, und eine weitere, die pathologische Symptome verursachen kann (etwa die Creutzfeldt-Jakob Krankheit). Alle Spezies haben Prionen, meistens aber mit der „gesunden“ Struktur. Seitdem viele Tiere an BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathy) gestorben sind, ist die Proteinfaltung zu einem sehr spannenden Thema geworden. Es reicht nicht mehr aus die Proteine über ihre Aminosäurekette zu definieren, man muss genau auf die Strukturbildung achten...

... mehr zu:
»CNRS »Nature »Prion

Zwei Rätsel beschäftigen heute viele Wissenschaftler: einerseits „Wie kann die Struktur eines Prions anormal werden?“, und anderseits, „wie genau sehen diese ‚anormalen Strukturen’ aus?“. Die Antwort auf die erste Frage könnte Lösungen für präventive Maßnahmen gegen diese Krankheiten liefern und die Antwort auf die Zweite könnte Heilungswege für durch Prionen ausgelöste Pathologien aufzeigen.

In der vorletzten Ausgabe des Wissenschaftsblattes Nature vom 9. Juni wurde ein Artikel veröffentlicht, der teilweise Antwort auf die zweite Frage geben könnte. Französische Forscher vom Institut für Biochemie und Zellgenetik (CNRS/Université de Bordeaux II, unter der Leitung von Sven Saupe) haben gemeinsam mit Kollegen vom Salk Institute in San Diego (Roland Riek) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (Beat Meier) an einem Pilz geforscht, dem Podospora anserina. Dieser Pilz verfügt ebenfalls über Prionen, die jedoch nicht krankheitserregend sind, bekannt als „HET-s“. Es ist von einer „Infektion“ die Rede, wenn ein schlecht gefaltetes Prion die gleiche anormale Faltung bei dem benachbarten Prion verursacht (abhängig davon, ob das entstehende Amyloid, Fibrille, mit einer Krankheit assoziiert wird oder nicht). Dies führt zu einem sogenannten Domino-Effekt. Zu den bekannten Merkmalen dieser anormalen Struktur zählen vorwiegend beta-Faltblatt Strukturen, die an die Stelle der alpha-Helixstruktur treten. Die Forscher haben gemeinsam bestimmte Stellen eines beta-Faltblattes identifiziert, die als eindeutige Merkmale für diese Struktur definiert werden können.


Kontakt: .. Sven Saupe (CNRS / Université de Bordeaux 2)
1 , rue Camille Saint Saens, F-33077 Bordeaux cedex
e-mail: sven.saupe@ibgc.u-bordeaux2.fr
Tel.: +33 5 56 99 90 27
FAx: +33 5 56 99 90 67

Quelle: Nature, 09.06.2005, “Correlation of structural elements and infectivity of the HET-s prion”, vol.435, von Christiane Ritter et al. Pressebericht vom CNRS, am 8. Juni 2005
Redakteur: Jérôme SEGAL, jerome.segal@diplomatie.gouv.fr MOLEKULARBIOLOGIE
-----------------------------------------------
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 79, 15.Juni 2005)

Französische Botschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

Jérôme Rougnon-Glasson | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.ibgc.u-bordeaux2.fr/
http://www2.cnrs.fr/presse/communique/698.htm

Weitere Berichte zu: CNRS Nature Prion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Proteine zueinander finden
21.02.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

nachricht Kleine Moleküle gegen altersbedingte Erkrankungen
21.02.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten