Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

caesar und Partner entwickeln biotechnologische Methode zur Entschlüsselung

16.08.2001



BMBF fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt

... mehr zu:
»Entschlüsselung »HIV »Protein »Proteom

Nachdem das menschliche Genom größtenteils entziffert ist, steht die Entschlüsselung des daraus entstehenden Proteoms im Blickpunkt: die Gesamtheit der in einer Zelle oder einem Gewebe vorhandenen Proteine. Ein vom Forschungszentrum caesar und Kooperationspartnern beantragtes Forschungsprojekt zur Aufklärung des Proteoms wird seit letztem Monat vom Bundesforschungsministerium (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms Biotechnologie 2000 für drei Jahre gefördert. Ziel des interdisziplinären Projekts ist es, eine biotechnologische Methode zu entwickeln, mit der in kurzer Zeit willkürliche Ausschnitte aus dem Proteom möglichst vollständig analysiert werden können - eine Art Proteom-Lupe.

Der Name der neuen Methode ist MAMS (Microbalance Array/Mass Spectrometry). Mit Hilfe von massenempfindlichen Sensoren und Massen­spektrometrie sollen unbekannte Proteine identifiziert, quantifiziert und ihre Wechselwirkungen analysiert werden. Als beispielhafte Anwendungen werden im Rahmen des Projektes die krankheitsverursachenden Mechanismen der Viren HIV und HPV sowie die Blutgerinnung untersucht. Beispiel HIV: Eine Therapieform gegen HIV beruht auf Medikamenten, die die Virusproteine Reverse Transkriptase und Protease hemmen. Bei vielen Patienten weisen diese Proteine während der Therapie Mutationen auf, die das Virus resistent gegen die Wirkstoffe machen. Häufig tragen die Patienten sogar unterschiedlich mutierte Virus-Proteine in sich und somit Resistenzen gegen ein ganzes Spektrum von Wirkstoffen. Mit MAMS wollen die Wissenschaftler klären, welche Mutanten in einer Probe in welcher Menge vorliegen. Die Ergebnisse sollen helfen, die Therapie spezifisch auf die einzelnen Patienten einzustellen.


Aus dem Aufbau des MAMS-Verfahrens und den Kompetenzen der Projekt­partner ergibt sich die Arbeitsteilung im Projekt: Das Herzstück von MAMS entwickelt caesar - einen mit speziellen Nukleinsäuremolekülen, sogenannten Aptameren, bestückten Massensensor. Er misst die Massenänderung, die durch die Bindung von Proteinen verursacht wird. In einem zweiten Schritt identifiziert caesar die Proteine, unterstützt von der Bruker Daltonik GmbH, Bremen, mit Massenspektrometrie. Für die bioinformatischen Analysen der Messungen ist die GMD - Forschungszentrum Informationstechnik GmbH, Sankt Augustin, zuständig. Die Qiagen GmbH, Hilden, reinigt Proteine und die NascaCell GmbH, Prien am Chiemsee, produziert die von caesar benötigten Aptamere. Die klinischen Projektpartner Universitätsklinikum Köln, Institut für Virologie, und Universitätsklinik Bonn, Institut für Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin, stellen klinische Proben sowie biomedizinisches Fachwissen zur Verfügung und sichern die medizinische Relevanz der Arbeiten.

Die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolgsaussichten des Vorhabens sind vielversprechend. Die meisten Komponenten von MAMS können voraussichtlich während der Projektlaufzeit von drei Jahren etabliert und schließlich zu einem funktionsfähigen Prototypen zusammengeführt werden. Aus fast allen Beiträgen der Projektpartner lassen sich Produkte oder Dienstleistungen entwickeln. So kann der mit Aptameren besetzte Massensensor von caesar als "Proteom-Chip" für schnelle Analysen und Diagnosen oder in Kombination mit der Massenspektrometrie für detaillierte Proteomanalysen eingesetzt werden. Mehrere Projektpartner sind daran interessiert, MAMS über Ausgründungen mittel- bis langfristig für die Proteomforschung zu verwerten. Hauptzielkunde ist dabei die Pharma- und Biotech-Industrie.

Das Vorhaben verknüpft damit nicht nur mehrere Disziplinen, sondern auch medizinische Grundlagenforschung mit produktorientierter angewandter Forschung.


Sie finden diese Pressemitteilung sowie Fotos auch im Internet zum
Downloaden unter www.caesar.de/pressroom.


Über ein Belegexemplar freuen wir uns!


Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an:

Forschungszentrum caesar,
Francis Hugenroth
Friedensplatz 16, 53111 Bonn
Telefon: 0228 / 96 56-135
Fax: 0228 / 96 56-111
E-Mail: hugenroth@caesar.de


Schleinhege | Forschungszentrum caesar
Weitere Informationen:
http://www.caesar.de

Weitere Berichte zu: Entschlüsselung HIV Protein Proteom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Eine Frage der Dynamik
19.02.2018 | Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

nachricht Forscherteam deckt die entscheidende Rolle des Enzyms PP5 bei Herzinsuffizienz auf
19.02.2018 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics