Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rolle von Vitamin D3 für das Auftreten der "Graft-versus-Host Disease"

25.05.2005


Allogene Transplantationen von hämatopoetischen Stammzellen werden in zunehmendem Maße zur Therapie von Erkrankungen des Knochenmarkes eingesetzt. Sie sind jedoch mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität verbunden, die vor allem durch das Auftreten einer immunologischen Reaktion gegen den Patienten (akute und chronische "Graft-versus-Host Disease") bedingt ist. Bei der "Graft-versus-Host Disease" kommt es zu einer Reaktion des neuen Immunsystems des Spenders gegen Gewebe des Patienten, mit der Folge einer Schädigung der betroffenen Organe (Leber, Haut, Lunge, Speicheldrüsen). Die "Graft-versus-Host Disease" wird vor allem durch bestimmte Immunzellen (T-Lymphozyten) im Transplantat verursacht.


1,25-Dihydroxyvitamin D3 wirkt neben seiner bekannten Funktion als Regulator des Kalziumstoffwechsels in vielfältiger Weise auf Differenzierung, Wachstum und Funktion von Immunzellen. Auf T- Lymphozyten wirkt 1,25-Dihydroxyvitamin D3 inhibierend und diese immunsuppressiven Wirkung wurde auch in vivo gezeigt, da ein Vitamin D Analog im Tiermodell erfolgreich die "Graft-versus-Host Disease" Symptomatik vermindern kann. Vermittelt werden die Effekte von 1,25-Dihydroxyvitamin D3 über einen intrazellulären Vitamin D Rezeptor. Ein bestimmter Typ des Vitamin D Rezeptors erhöht das Risiko für eine schwere "Graft-versus-Host Disease" und korreliert mit einer erhöhten Mortalität bei der allogenen Knochenmarkstransplantation.

Wir konnten außerdem zeigen, dass der Serumspiegel von 1,25-Dihydroxyvitamin D3 in einer frühen Phase der Knochenmarkstransplantation signifikant abfällt und sehr niedrige Serumspiegel fanden sich vor allem bei Patienten mit höhergradiger "Graft-versus-Host Disease". Ziel diese Projektes ist es einen direkten Zusammenhang zwischen 1,25-Dihydroxyvitamin D3 Spiegel und dem Auftreten der "Graft-versus-Host Disease" zu dokumentieren. Hierzu wollen wir u.a. die Regulation der 1,25-Dihydroxyvitamin D3 Synthese durch Medikamente zu analysieren, die normalerweise während oder vor der Transplantation zum Einsatz kommen.


Da die Synthese von 1,25-Dihydroxyvitamin D3 über das Enzym 1a-Hydroxylase gesteuert wird, wollen wir außerdem untersuchen ob bestimmte Formen dieses Enzyms mit dem Auftreten einer "Graft-versus-Host Disease" korrelieren. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen könnten eine Vorhersage über Auftreten der "Graft-versus-Host Disease" erlauben und somit ein therapeutisches Eingreifen ermöglichen.

Bernhard Knappe | idw
Weitere Informationen:
http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

Weitere Berichte zu: 25-Dihydroxyvitamin Disease Mortalität Vitamin Vitamin D

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie