Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geklonte menschliche Embryos liefern passende Stammzellen

20.05.2005


Maßgeschneiderte Stammzellen für elf Patienten geklont


New England Journal of Medicine



Die Möglichkeit der Herstellung eigenen Gewebes oder eigener Organe für Transplantationszwecke ist einen Schritt näher gerückt. Wissenschafter der Seoul National University haben erfolgreich patientenspezifische Stammzellen geklont. Das Team um Woo Suk Hwang schuf mittels eines verbesserten Verfahrens zum Klonen von Embryos Stammzelllinien für elf Patienten, die an verschiedenen Krankheiten oder Verletzungen litten. Die Zelllinien entsprechen dabei genau der Kern-DNA und dem Immunsystem der Patienten. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Science veröffentlicht.

... mehr zu:
»Eizelle »Embryo »Klonen »Stammzelle


Die Wissenschafter extrahierten die Kern-DNA aus Hautzellen der elf Patienten und fügten sie in von Freiwilligen gespendete Eizellen ein. Die eigene DNA der Eizellen wurde zuvor entfernt. Dieses Verfahren ähnelt soweit dem vom Roslin Institute zur Schaffung von Dolly eingesetzten. Der Unterschied besteht darin, dass das neue Verfahren deutlich leistungsfähiger ist. Bis vor nicht zu langer Zeit war nicht klar, ob der Kerntransfer beim Menschen möglich sein würde. Im Jahr 2004 gelang es dem Team 30 menschliche Embryos zu klonen und aus einem der Embryonen Stammzellen zu gewinnen. Jetzt wurde das Verfahren verfeinert und die Effizienz um das Zehnfache verbessert. Zusätzlich wurde der Einsatz von tierischen Zellen für die Ernährung der entstehenden Stammzellen verringert. Für die aktuelle Studie spendeten 185 Frauen Eizellen. 125 der Freiwilligen waren unter 30 Jahre alt. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Alter der Spenderin viel entscheidender ist als das Alter der transferierten DNA. Im konkreten Fall lag das Alter der Patienten zwischen zwei und 56 Jahren.

Derzeit sind noch viele technische Hürden zu überwinden, bis die Schaffung von Ersatzorganen realisiert werden kann. Wissenschafter werden den neuen Ansatz laut NewScientist für die Erforschung von Erkrankungen wie Autismus, Diabetes und Parkinson einsetzen. Die Zelllinien sollen zusätzlich zur Überprüfung von Medikamenten eingesetzt werden. Derzeit werden für diese Tests Tiere eingesetzt. Die Wissenschafter betonen, dass das auf ihren Erkenntnissen basierende Klonen von Menschen moralisch und wissenschaftlich außer Frage stünde. Hwang geht davon aus, dass es sogar biologisch unmöglich ist. Mildred Cho von der Standford University erklärte, dass es keinen Grund gäbe anzunehmen, dass das neue Verfahren entscheidend zum Klonen von Menschen beitragen könne.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.snu.ac.kr:6060/engsnu
http://www.scienceonline.org

Weitere Berichte zu: Eizelle Embryo Klonen Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bakterieller Untermieter macht Blattnahrung für Käfer verdaulich
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für chemische Ökologie

nachricht Neues Werkzeug für gezielten Proteinabbau
17.11.2017 | Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte