Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßgeschneiderte Starterkulturen bringen spezifische Aromanoten und helfen dem Säureabbau im Wein

18.05.2005


Mainzer Wissenschaftler fördern mit Winzereigenen Starterkulturen den individuellen Charakter des Weins



Wissenschaftler des Instituts für Mikrobiologie und Weinforschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bieten als Service die Isolierung und anschließende Beimpfung mit Winzereigenen Starterkulturen, um die alkoholische Fermentation und den biologischen Säureabbau im Wein zu unterstützen und gleichzeitig den individuellen Charakter eines Weines auszuprägen. Das Verfahren zur gezielten Isolierung und zum spezifischen Nachweis bestimmter Weinrelevanter Mikroorganismen wurde patentiert. Erste Weine wurden erfolgreich behandelt und die Erprobungsphase ist abgeschlossen.



Weine aus nördlichen Anbaugebieten enthalten meist zu viel unerwünschte Äpfelsäure. Bei ihrem biologischen Abbau leistet das im Traubenmost natürlich vorkommende Bakterium Oenococcus oeni wertvolle Hilfe: Es wandelt die Äpfelsäure in Milchsäure um und beeinflusst dabei - im Gegensatz zu anderen Milchsäurebakterien - das Aroma des Weines überwiegend günstig. Diese Eigenschaft führte zum Einsatz von Oenokokken als Starterkultur. Sie haben damit für die Weinindustrie zunehmend an Bedeutung gewonnen. Während jedoch die erhältlichen Starterkulturen das Bedürfnis des Winzers nach einer individuellen Weinnote nur schwer erfüllen können, haben Univ.-Prof. Helmut König, Dr. Jürgen Fröhlich und ihre Mitarbeiter ein Verfahren entwickelt, um die persönliche Note des Winzers herauszustreichen. Aus hauseigenen "Weinproben" werden Bakterienkulturen isoliert, vermehrt und dem Wein wieder zugeführt. "Dabei können geeignete Oenokokken-Stämme den Geschmack des Weines verbessern und die individuelle Weinnote eines Winzerbetriebes hervorheben", erklärt Prof. König diesen Service. Der Wein behält so seinen ganz eigenen Weingutspezifischen Charakter und sein Terroirtypisches Aroma. Nachdem die Testphase nun abgeschlossen ist und die Verfahren zur gezielten Isolierung und zum spezifischen Nachweis patentiert sind, konzentrieren sich neue Forschungsarbeiten darauf, auch die Kulturbedingungen für die Bakterienstämme zu verbessern. Dabei werden Wuchsstoffe gesucht, die das Wachstum von Oenococcus oeni fördern.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Berichte zu: Isolierung Säureabbau Weinnote Äpfelsäure

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Geteiltes Denken ist doppeltes Denken
19.01.2017 | Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH)

nachricht Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen
19.01.2017 | CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie