Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ureinwohner wehren sich gegen DNA-Projekt

25.04.2005


Genographie-Forschung als neokolonialistische Attitüde



Das ambitionierte DNA-Projekt namens "Genographic Project", das die Spuren menschlicher Besiedlung auf der Erde nachvollziehen sollte, stößt unter den indigenen Völkern auf große Ablehnung. Nach einem Boykott-Aufruf des US-amerikanischen Indigenous Peoples Council on Biocolonialism haben heute, Montag, auch die Maoris in Neuseeland ihre Ablehnung kundgetan, berichtet der NZ-Herald.



Das gemeinschaftliche Projekt, das die Besiedlung des Blauen Planeten von Afrika aus anhand von genetischen Proben mehrerer 100.000 Einwohner feststellen soll, wurde erst Mitte April gestartet (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050413018 ). Verantwortlich zeichnen IBM und das Wissenschaftsmagazin National Geographic. Hauptkritikpunkt der Ureinwohner ist das Argument, dass es sich bei solchen Forschungsvorhaben erneut um eine moderne Form des Kolonialismus handle, wie das Paul Reynolds vom Maori Research Centre an der University of Auckland sieht. "Indigene Völker haben bereits eine lange von den Ahnen übermittelte Geschichte über ihre Herkunft. Weitere wissenschaftliche Beweise über die Herkunft sind daher hinfällig", so der Forscher. Zusätzlich sehen die Maoris die Entnahme von DNA-Proben als Tabubruch. Die polynesischen Ureinwohner haben den Begriff "Tapu" (=tabu) entwickelt.

Spencer Wells, der mit dem Fünf-Jahresprojekt, das mit einem Etat von 40 Mio. Dollar ausgestattet ist, betraut ist, sieht die Bedenken dagegen nicht. Er will die genaue Migrationsroute des Menschen, der wahrscheinlich von Afrika aus vor 200.000 Jahren die Erde besiedelte genauer weiterverfolgen. Nach jüngsten Forschungsergebnissen hat ein Vulkanausbruch auf Sumatra vor etwa 70.000 Jahren dazu geführt, dass die Spezies Homo sapiens auf nur noch 2.000 Individuen dezimiert wurde.

Das ehrgeizige Projekt, an dem jeder Erdenbewohner auch freiwillig mitmachen kann - das Equipment zur DNA-Speichelprobe kostet inklusive Versandkosten 137 Dollar - ist allerdings in erster Linie an isoliert-lebenden Menschengruppen und indigenen Völkern interessiert. Wells hatte mithilfe solcher genetischer Untersuchungen die Nachfahren von Dschingis-Khan in Nord-Pakistan ausgemacht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www3.nationalgeographic.com/genographic/
http://www.ipcb.org
http://www.nzherald.co.nz

Weitere Berichte zu: Besiedlung DNA-Projekt Ureinwohner

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Antibiotikaresistente Erreger in Haushaltsgeräten
16.02.2018 | Hochschule Rhein-Waal

nachricht Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt
16.02.2018 | Stiftung Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics