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Neues Mikroskop bringt Infektionsforscher voran

16.01.2001


Menschliche Zellen, die von Pilzen und

Bakterien befallen sind. Mit verschiedenfarbigen

fluoreszenzmarkierten Sonden und mit einem Confokalen

Laser-Scanning-Mikroskop lassen sich die einzelnen Strukturen

identifizieren und lokalisieren. Bild:

Merkert


Die Forscher des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg interessieren sich vor allem für immunologische Fragestellungen sowie für die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern
und ihren Wirtszellen. Diese Vorgänge können sie nun auch mit einem Confokalen Laser-Scanning-Mikroskop studieren: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihnen ein solches Gerät bewilligt.

Die Confokale Laser-Scanning-Mikroskopie hat sich dem Institutschef Prof. Dr. Jörg Hacker zufolge in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Instrument in den Biowissenschaften entwickelt: Mit ihr können Zellstrukturen in ihrer räumlichen Anordnung dargestellt werden, mit ihr lassen sich Prozesse erforschen, die zwischen oder in den Zellen ablaufen.

Die Würzburger Infektionsbiologen untersuchen zum Beispiel bakterielle Erreger, zu denen unter anderem die Auslöser von Darm- und Harnwegsinfektionen sowie von Meningitis gehören. Fragen zur Anheftung und Aufnahme in die Wirtszellen sollen vor allem an lebenden Objekten gelöst werden. Mit Hilfe fluoreszenzmarkierter Sonden werden zudem auf dem Sektor der Umweltökologie Studien vertieft, welche die Identifizierung und Lokalisierung von Bakterien in Umweltproben ermöglichen.

Von klinischer Bedeutung ist auch die Untersuchung von Staphylokokken, die zu den Verursachern von Krankenhausinfektionen gehören: Sie besiedeln die Oberflächen von Herzklappen, Kathetern und Prothesen und überziehen diese als dünne Schicht, die Biofilm genannt wird. Mit Hilfe des neuen Mikroskops wollen die Würzburger Forscher auch die Entstehung und Dynamik solcher Biofilme verfolgen.

Pilzinfektionen haben in den vergangenen Jahren ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Betroffen sind vor allem immungeschwächte Menschen. Vor diesem Hintergrund werden in dem Infektionsbiologischen Institut am Röntgenring die krankheitsverursachenden und resistent machenden Faktoren des Hefepilzes Candida albicans untersucht.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Wechselwirkung von Parasiten mit ihren Wirtszellen. Für den Ablauf solcher Infektionen ist vor allem die Immunantwort entscheidend. Die Kenntnis dieser Vorgänge ist für die Entwicklung von Immuntherapeutika sowie für die Entwicklung neuer Impfstoffe wichtig.

Das Confokale Laser-Scanning-Mikroskop ergänzt nun die Untersuchungen mittels elektronenoptischer und herkömmlicher Lichtmikroskopie. "Besonders die Kombination mit Videodokumentationsverfahren ermöglicht Studien zur Dynamik der Interaktionen am lebenden Objekt", so Prof. Hacker. Mit der Anschaffung des Mikroskops seien zudem optimale Voraussetzungen gegeben, um Kooperationen mit Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland weiterzuführen oder auch neu zu beginnen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Jörg Hacker, T (0931) 31-2575, Fax (0931) 31-2578, E-Mail:
j.hacker@mail.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

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