Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lärm am Riff sorgt für Highlife

08.04.2005



Besiedelung hängt von Geräuschkulisse ab


Dass die Welt am Korallenriff still ist, kann jeder Schnorchler und Taucher widerlegen. Dass aber gerade die Geräuschkulisse dazu beiträgt, dass Fische Riffe besiedeln, konnten Forscher der University of Edinburgh erst jetzt beweisen. Knackende Garnelen und schnarrende Fische locken nämlich andere Fische erst recht an, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin.

In Versuchen mit künstlichen Korallenriffen, die die Forscher vor der Lizard Island, 240 Kilometer nördlich von Cairns, am Meeresgrund installiert hatten, sorgten Lautsprecher für die typische Geräuschkulisse eines Riffs. Ein zweites künstliches Riff ohne Beschallung hingegen wurde von neuen Tieren weit weniger schnell als neue Heimstätte angenommen. Bisher wussten Forscher, dass Fische von Lichtquellen angezogen wurden, völlig neu hingegen war die Tatsache, dass Geräusche so wirkten, erklärt der Forschungsleiter Stephen Simpson von der University of Edinburgh. 80 Prozent der Fische, die von Geräuschen angezogen wurden, waren Kardinalbarsche (Apogonidae), aber auch andere zum Teil wesentlich seltener vorkommende Arten waren von der neuen Lärmkulisse offensichtlich beeindruckt.


Simpson geht nun davon aus, dass mit Hilfe von solchen Geräuschen Fische wieder in verlassene und zerstörte Riffe zurückgebracht werden könnten und sich dann dort ansiedeln. Ökologen warnen hingegen davor, Fische von Riffen zu nehmen. "Wenn Fische von Riffen entfernt werden, kann dies das Gleichgewicht des gesamten Riffsystems verändern", so Ameer Abdulla vom Global Marine Programme der World Conservation Union. "Diese Forschungsresultate müssen extrem vorsichtig interpretiert werden", meint der Experte. Da die Zahl der Fische auf jeden Fall gleich bleibt, müsse entschieden werden, welches Gebiet jetzt zu schützen sei und welches nicht.

Simpson glaubt, dass das Fangen von sehr jungen Fischen die Chance auf eine Wiederbesiedelung erhöht. Da junge Fische in den ersten zwei bis drei Tagen ihres Lebens Mortalitätsraten von 70 Prozent haben, sei dort ein Ansatz zu finden. Ein weiterer Punkt sei außerdem eine bessere Beobachtung der Umweltverschmutzung durch Lärm durch die Schifffahrt. Simpson, der gerade Forschungsarbeiten an der Straße von Hormuz durchführt, will nachforschen, wie sehr sich der Tankerverkehr auf die Entwicklung der Korallenriffe auswirkt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com
http://www.iucn.org

Weitere Berichte zu: Geräusche Geräuschkulisse Korallenriff Lärm Riff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Spot auf die Maschinerie des Lebens
23.08.2017 | Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts, Erlangen

nachricht Immunsystem kann durch gezielte Manipulation des Zellstoffwechsels reguliert werden
23.08.2017 | Medical University of Vienna

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie