Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das läuft ja wie geschmiert! Statt mit Erdöl jetzt auch mit Raps...

24.03.2005


Unsere fossilen Rohstoffquellen sind in wenigen Jahrzehnten erschöpft. Wissenschaftler suchen daher fieberhaft nach so genannten "nachwachsenden" Rohstoffen. Und nicht nur Benzin und Heizöl müssen ersetzt werden, auch Schmieröl wird aus Erdöl gewonnen.



Schmieröl: ein unscheinbares Produkt, ohne das aber unsere Haustür quietschen, unser Auto stehen bleiben und unsere Gartensäge nicht sägen würde. Momentan werden 90 Prozent der Schmieröle aus Erdöl hergestellt, nur zehn Prozent aus pflanzlichen Ölen wie Rapsöl. Ein Grund dafür ist, dass natürliche Öle schon bei geringer Kälte kristallisieren und ab November im Freien nicht mehr zu gebrauchen sind. Prof. Dr. Arno Behr und sein Team haben eine Methode entwickelt, die die Kristallisierung verhindert und natürliche Öle für viele Bereiche der Industrie nutzbar macht.

... mehr zu:
»Erdöl »Ethen »Rhodium »Schmieröl »Öle


Das chemische Verfahren ist relativ einfach und kostengünstig: Die ursprünglich lineare Kohlenstoffkette der Linolsäure, die zum Beispiel in Sonnenblumenöl und Sojaöl vorkommt, reagiert mit der Basischemikalie Ethen zu einem verzweigten Fettstoff. Dieser kristallisiert erst bei sehr niedrigen Temperaturen. Man braucht dazu nur das Edelmetall Rhodium und den Zusatz Ethen. Rhodium lässt sich recyceln, und Ethen ist äußerst preisgünstig. Das neue Schmieröl könnte sich also auf dem Markt behaupten, zumal das natürliche Schmieröl gegenüber dem Synthetischen weitere Vorteile hat: Allein in Deutschland geraten jährlich 400.000 Tonnen Schmieröl in die Umwelt. Natürliche Öle sind biologisch gut abbaubar - im Gegensatz zu den synthetischen Schmierölen. Diese müssen mit chemischen Zusätzen versehen werden, deren Auswirkungen auf die Umwelt nicht genau bekannt sind.

Bei den natürlichen Schmierölen liegt ein geschlossener Kreislauf vor: Es gerät nur das an Kohlendioxid in die Umwelt, was ihr vorher auch entnommen wurde. Durch die Nutzung von Erdölverbindungen als Schmieröl wird vermehrt Kohlendioxid freigesetzt. Das verstärkt - wenn auch nur in geringem Umfang - den Treibhauseffekt. Der Einsatz von natürlichen Schmierstoffen schont also nicht nur unsere fossilen Ressourcen, sondern auch die Umwelt. Allein durch diese Maßnahmen lässt sich die Umweltzerstörung nicht aufhalten, "aber", so Professor Behr, "ich zitiere an dieser Stelle gerne Lao Tse: ’Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt."

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-dortmund.de/

Weitere Berichte zu: Erdöl Ethen Rhodium Schmieröl Öle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie