Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortschritte in der Neutronenerkennung

23.03.2005


Die Neutronenstreuung ist eines der Hauptinstrumente für das Verständnis von verdichteten Materialien. Im Rahmen des TECHNI-Projekts wurde die Effizienz von Anwendungen der Neutronenstreuung erhöht, indem man einen leistungsfähigeren Neutronendetektor entwickelte.

... mehr zu:
»Detektor »MWPC »Neutron »Probe

Der Begriff "Neutronenstreuung" umfasst verschiedene Verfahren, die die Interaktion eines Neutrons mit einem Atom beinhalten. Wenn ein Neutronenstrahl auf einen Atomkern trifft, erfolgt eine Streuung der Wellen. Neutronen können tief in Materialien eindringen und werden deshalb oftmals als strukturelle Sonden verwendet. Die Wellenlängen und die Energie von thermischen Neutronen passen sich gut an die interatomischen Abstände und Anregungsenergien in verdichteten Materialien an und können deshalb für die Untersuchung von verdichteten Materialien verwendet werden. Sowohl leichte als auch schwere Elemente können untersucht werden. Außerdem können auch Isotope wahrgenommen werden.

Die Kleinwinkel-Neutronenstreuung (SANS - Small Angle Neutron Scattering) umfasst die Ausrichtung eines monochromen Strahls von Neutronen auf eine solide Probe, die aus Partikeln in Nanometergröße besteht. Der übertragene Strahl dehnt sich proportional zur durchschnittlichen Größe der Teilchen aus. Eine Größe von 10-1000 Angstrom kann mit einer minimalen Auflösung untersucht werden. Die Erkennung umfasst die Wandlung der Neutronen in geladene Partikel, die dann von einem Zähler registriert werden. In proportionalen Zählern beispielsweise dringen die Protonen durch ein für Röntgenstrahlen transparentes Fenster in die innen befindlichen Gase, wobei das Zusammenwirken mit den inneren Gasen Ionen erzeugt, die dann erkannt werden. Neben der Größe können auch die Form und die Ausrichtung einiger Komponenten der Probe untersucht werden. Für eine Reihe von Materialien können Modelle, Porendurchmesser und Porenabstand bestimmt werden.


Die zunehmend dichteren Neutronenstreuungsquellen führten zu einem gesteigerten Bedürfnis nach effizienteren Neutronendetektoren, da derzeitige Detektoren nicht in der Lage sind, die erzeugten Informationen zu verarbeiten. Ergebnis war die Entwicklung des Mehrfach-PSPC, einem sehr schnellen 2D-Neutronendetektor für Kleinwinkel-Streuungsgeräte. Er besteht aus 128 Neutron Position Sensitive Proportional Counters (PSPC), die nebeneinander über einen Bestimmungsbereich von 1 m² angeordnet sind. Der Detektor verfügt über eine größere Zählrate als Vieldrahtproportionalkammern (MWPC - Multi Wire Proportional Chamber), ohne dass dadurch die Effizienz und Auflösung beeinträchtigt werden. Er kann herkömmliche MWPCs ablösen, die traditionell in Kleinwinkel-Streuungsanwendungen zum Einsatz kommen, und ist zudem noch preisgünstiger und schneller.

Bruno Guerard | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ill.fr/

Weitere Berichte zu: Detektor MWPC Neutron Probe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sollbruchstellen im Rückgrat - Bioabbaubare Polymere durch chemische Gasphasenabscheidung
02.12.2016 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht "Fingerabdruck" diffuser Protonen entschlüsselt
02.12.2016 | Universität Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie