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Duften ohne Allergien - hypoallergene Duftstoffe für alle

16.03.2005


Es wird angenommen, dass 1 bis 2 % der Bevölkerung auf irgendeine Art und Weise allergisch auf chemische Duftzusätze reagieren. Trotz der Tatsache, dass Allergien auf Duftstoffe die häufigste Ursache für Kontaktekzeme sind, gibt es keine effektivere Behandlung als ihre Vermeidung.



Im Rahmen des FRAGRANCE-ALLERGY-Projektes wollten Forscher spezielle chemische Sensibilisatoren in natürlichen Mischungen ermitteln und die Informationen zur genauen Festlegung spezieller struktureller Eigenschaften, die mit Allergien in Verbindung stehen, einsetzen. Das oberste Ziel besteht in der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes durch höhere Gesundheitsstandards von Duftkomponenten.



Baummoos ist ein in der Parfümindustrie eingesetzter natürlicher Auszug, der als bedeutendster Kontaktsensibilisator gilt. Ein Modell auf Baummoos-Basis bildet die Grundlage für die Entwicklung neuer Verfahren zur Ermittlung von Sensibilisatoren. Mit Hilfe dieses neuen Verfahrens konnten zwei chemische Sensibilisatoren - Atranol und Chloratranol - im Baummoos isoliert werden. Beide Stoffe verursachten allergische Reaktionen bei Patienten, die empfindlich auf Baummoos reagierten. Ein anderer Stoff, das Methyl-b-Orcinol-Carboxylat, wurde auch als Allergieauslöser erkannt, wenn auch in geringerem Ausmaß.

Das neu entwickelte Verfahren vereint eine Vielzahl analytischer Schritte, so z.B. die Gas-Chromatographie und Massenspektrometrie, an die sich die Untersuchung der Struktur/Aktivitäts-Beziehung (Structure-Activity Relationship - SAR) anschließt.

Die SAR-Analyse kann wichtige Einblicke in spezifische chemische Eigenschaften geben, die mit einzelnen Funktionen in Verbindung stehen. Bei chemischen Sensibilisatoren werden diese chemischen Eigenschaften als "strukturelle Warnsignale" bezeichnet. Diese molekularen Strukturen wurden bisher mit allergischen Hautreaktionen in Verbindung gebracht. Sie sind an der Bildung von Verbindungen mit Proteinen beteiligt und lösen folglich erste allergische Reaktionen aus.

Dieses neue Verfahren wurde im Rahmen des Projektes validiert und kann so auf weitere Gruppen wie beispielsweise ätherische Öle angewandt werden, um das Wissen zu Allergiesensibilisatoren chemischer Duftstoffe zu erweitern.

Prof. Jean Pierre Lepoittevin | ctm
Weitere Informationen:
http://www-ulp.u-strasbg.fr/

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