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Durchbruch in der Krebsbekämpfung: Tumore im Tiefschlaf

16.03.2005



Forscher entdecken Zell-sabotierendes Tbx2-Gen


Wissenschaftern des Marie Curie Research Institutes ist es gelungen, das Wachstum von Krebsgeschwulsten zu blockieren, indem sie die Tumorzellen in einen permanenten Tiefschlaf versetzen, berichtet die BBC. Dieser Durchbruch in der Krebsforschung besitzt das Potenzial für ganz neue Behandlungsmethoden, erklären die Experten. Die neue Methode basiert auf der Reaktivierung eines natürlichen Selbstverteidigungsmechanismus, der die Zellteilung von mutierten und schädlichen Zellen blockiert. Die Schlüsselrolle bei diesem Prozess nimmt das so genannte Tbx2-Gen ein, welches den Selbstschutz der Zellen sabotiert.

Bisherige Forschungsberichte nahmen an, dass dieser Schutzmechanismus bei bereits befallenen Zellen nicht mehr funktioniert und sich darum die kranken Zellen rasant ausbreiten. Doch die neue Studie, die sich mit einer tödlichen Form von Hautkrebs, dem so genannten bösartigen Melanom, beschäftigt, belegt, dass dies nicht der Fall ist. Denn den Forschern gelang es jenes Gen zu eruieren, das den Schutzmechanismus negativ beeinflusst und sich so auf das Wachstum des Tumors auswirkt. Durch das Ausschalten des Gens konnten die Forscher das Tumorwachstum stoppen, da die kranken Zellen die Fähigkeit verloren, sich weiter zu teilen. Bis jetzt ist jedoch noch nicht klar, ob dieses Gen bei allen Krebsformen für das Tumorwachstum verantwortlich ist oder nur bei dieser speziellen Erkrankung.


"Der Vorteil dieses natürlichen Mechanismus liegt darin, dass automatisch nur kranke Krebszellen und nicht gesunde Zellen angegriffen werden", erklärte Colin Goding, der Leiter der Studie. "Wenn es uns gelingt, Medikamente herzustellen, die diesen Prozess reaktivieren, so wäre dies ein immenser Durchbruch. Denn bisher haben wir nur geringe Therapiemöglichkeiten, wenn sich der Tumor bereits in andere Teilen des Körpers ausgebreitet hat", sagte der Experte. Die Forscher rechnen jedoch erst in den nächsten zehn Jahren mit der Entwicklung von wirksamen Medikamenten. Dennoch repräsentiert die Studie einen wichtigen Ansatz für die künftige Krebsbekämpfung. "Dieser schützende Selbstverteidigungsmechanismus liefert nicht nur die Basis für weitere Forschungsarbeiten im Bereich von Hautkrebs, sondern auch für andere schnell wachsende Krebserkrankungen wie Prostata-, Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs, an denen jährlich allein in Großbritannien 30.000 Menschen sterben", erklärte Mark Matfield von der Association for International Cancer Research.

Evelyn Lengauer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.mcri.ac.uk/default.html
http://www.aicr.org.uk

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