Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Almería entdecken neue Algenart

03.03.2005


Forscher aus Göttingen und Almería (Spanien) haben eine neue mikroskopische Algenart entdeckt, die einen hohen Anteil eines speziellen Carotenoids aufweist: Dabei handelt es sich um das Pigment Lutein, das als Bestandteil der menschlichen Nahrung eine besondere Bedeutung für die Entwicklung der Sehfähigkeit und den Schutz vor Krebserkrankungen hat. Mehrere Biotech-Firmen haben bereits Interesse an der Nutzung dieser Mikroalge mit dem vorläufigen Namen Scenedesmus almeriensis angemeldet, zum Beispiel für den Einsatz in Kindernahrung, erläutert Prof. Dr. Thomas Friedl von der Universität Göttingen. Der Leiter der Abteilung Experimentelle Phykologie und Sammlung von Algenkulturen hat mit seiner Arbeitsgruppe wichtige genetische Signaturen und biochemische Eigenschaften der Alge bestimmt. Kultiviert wurde sie in einem Photobioreaktor, den Prof. Dr. Emilio Molina Grima an der Universidad de Almería konstruiert hat. Beide Einrichtungen sind Partner im europaweiten Forschungsverbund ALGINET, der den Einsatz von Algen in der Biotechnologie fördert.



Mikroskopische Algen, wichtige Primärproduzenten in fast allen Ökosystemen, bieten als ?Zellfabriken" eine umfangreiche Palette hochwertiger Inhaltsstoffe; dabei lassen sie sich kostengünstig in großen Mengen züchten. Prof. Grima hat an der Universität Almería eine Testanlage für die Kultivierung von Mikroalgen in industriellem Maßstab entwickelt. Bei einem Probelauf wuchs dort mit S. almeriensis eine andere Algenart, als die Forscher ursprünglich geplant hatten. Das Team von Prof. Friedl identifizierte sie als eine so genannte ?kryptische Art" einer Grünalge, die sich von den bislang bekannten einzelligen Grünalgen mikroskopisch kaum unterscheiden lässt, jedoch andere genetische Signaturen aufweist. Auffällig ist der hohe Gehalt an Lutein, der bis zu fünf Gramm pro Kilogramm Biomasse beträgt. Nach Angaben von Prof. Friedl wirkt Lutein effektiv als Oxidationsschutz vor chemischen Radikalen und kann damit der Entstehung von Krebs vorbeugen. Darüber hinaus ist es von Bedeutung für bestimmte Hirnfunktionen und damit für die mögliche Vorbeugung altersbedingter Degeneration. Die Göttinger Wissenschaftler arbeiten jetzt an neuen Konservierungstechniken für diese Algenart und ihrer Revitalisierung nach der so genannten Kryokonservierung mit ultratiefen Temperaturen. Prof. Friedl: ?So wollen wir die wertvollen Eigenschaften der Alge sichern, damit ständig neues Material für Starterkulturen bereit gestellt werden kann."

... mehr zu:
»Alge »Algenart »Almería »Lutein »Mikroalge


Kontaktadresse:

Prof. Dr. Thomas Friedl, Georg-August-Universität Göttingen
Biologische Fakultät - Albrecht-von Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften
Abteilung Experimentelle Phykologie und Sammlung der Algenkulturen
Nikolausberger Weg 18, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-7868, Fax (0551) 39-7871
e-mail: tfriedl@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.epsag.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Alge Algenart Almería Lutein Mikroalge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Kontinentalrand mit Leckage
27.03.2017 | MARUM - Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen

nachricht Neuen molekularen Botenstoff bei Lebererkrankungen entdeckt
27.03.2017 | Universitätsmedizin Mannheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE