Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was Pflanzen krank macht

16.02.2005


Sonderforschungsbereich untersucht Mechanismen der Informationsverarbeitung in Pflanzen

... mehr zu:
»DFG »Krankheitserreger

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB 648) an der Martin-Luther-Universität bewilligt, der sich der "Untersuchung der Molekularen Mechanismen der Informationsverarbeitung in Pflanzen" widmet. An diesem Verbund zur Förderung der Exzellenzforschung, der am Fachbereich Biologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beheimatet ist, sind auch Arbeitsgruppen aus dem Biozentrum, der Landwirtschaftlichen Fakultät sowie aus den beiden Leibniz-Instituten für Pflanzenbiochemie in Halle und für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben beteiligt.

Der neue SFB 648 wurde trotz großer nationaler Konkurrenz um die immer knapper werdenden Fördermittel bewilligt und ist deutschlandweit einer der ganz wenigen Sonderforschungsbereiche, der sich ausschließlich mit der Analyse von Pflanzen befasst. Er knüpft nahtlos an den Ende 2004 abgelaufenen SFB 363 an ("Molekulare Zellbiologie pflanzlicher Systeme") und setzt damit die langjährige Tradition der herausragenden Pflanzenforschung im Raum Halle fort.


Das Großforschungsvorhaben ist perspektivisch auf zwölf Jahre angelegt. Für die erste, vierjährige Bewilligungsphase stellt die DFG insgesamt rund sechs Millionen ¤ zur Verfügung. Der SFB 648 umfasst insgesamt 13 Projekte, die sich um die Aufklärung der molekularen Mechanismen bemühen, die der Wechselwirkung von Pflanzen mit Krankheitserregern, den intrazellulären Netzwerken und der Signalverarbeitung in Pflanzen zugrunde liegen. Im Gegensatz zu Tier und Mensch sind Pflanzen ortsgebunden, können also in Stresssituationen nicht davonlaufen. Sie haben auch kein auf Antikörper basierendes Immunsystem, sondern nutzen andere Mechanismen zur Abwehr von Krankheitserregern. Im SFB 648 geht es deshalb nicht nur um den Informationsaustausch innerhalb und zwischen den pflanzlichen Zellen und Geweben, sondern auch um die Mechanismen der Erkennung und Abwehr bakterieller und pilzlicher Krankheitserreger.

Diesen auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Kommunikationsprozessen liegen auf molekularer Ebene erstaunlich ähnliche Mechanismen zugrunde. Die Aufklärung der grundlegenden Prinzipien bei diesen Signal- und Kommunikationsvorgängen in Pflanzen ist das gemeinsame Interesse aller am SFB beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Das innovative Potential und die Stärke dieses SFB liegt im Wechselspiel der unterschiedlichen Systeme und Disziplinen.

Hier wird langfristig die Chance geboten, komplexe Kommunikationsnetzwerke zu entschlüsseln, die der pflanzlichen Entwicklung und Abwehr zugrunde liegen. Neben seiner überragenden wissenschaftlichen Wirkung ist die Einrichtung des SFB 648 auch von großer Bedeutung für Ausbildung und Förderung von Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen. Insgesamt wurden von der DFG 21 Doktoranden- und Postdoktorandenstellen bewilligt, die jungen Forschern exzellente Möglichkeiten zur weiteren Qualifikation bieten.

Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Ulla Bonas
Martin-Luther-Universität, Institut für Genetik
Tel: 0345 55-26290
E-Mail: ulla.bonas@genetik.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: DFG Krankheitserreger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu
05.12.2016 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen
05.12.2016 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flüssiger Wasserstoff im freien Fall

05.12.2016 | Maschinenbau

Forscher sehen Biomolekülen bei der Arbeit zu

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungsnachrichten