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Taubheit mit biologischer Methode geheilt

15.02.2005


Versuche mit Meerschweinchen erzielten gute Ergebnisse


Einem neuen, Bahn brechenden Ansatz in der Gentherapie ist es gelungen, Taubheit bei Meerschweinchen zu heilen. Laut Wissenschaftern der University of Michigan besteht Hoffnung, dass dieser Ansatz eines Tages auch beim Menschen zum Einsatz kommen kann. Der leitende Wissenschafter Yehoash Raphael erklärte, dass damit erstmals das Hören eines Tieres auf biologische Art und Weise wiederhergestellt worden sei. Der Behandlungsansatz fördert das erneute Wachstum der wichtigen Haarzellen in der Innenohrschnecke. Bei der Cochlea handelt es sich um jenen Teil des Innenohres, der für was Wahrnehmen von Geräuschen entscheidend ist. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature Medicine veröffentlicht.

Nach der Behandlung setzten die Wissenschafter sensorische Elektroden um die Köpfe der Tiere ein, um zu beweisen, dass die Hörnerven der behandelten Tiere Geräusche wieder wahrnahmen. Eine Einsatzmöglichkeit sieht Raphael bei der Verbesserung des Hörens von Menschen, die bereits Implantate in der Cochlea tragen. Zukünftige Tests werden sich unter anderem auf diesen Einsatzbereich konzentrieren. Für die durchgeführten Versuche wurden Meerschweinchen Antibiotika verabreicht, die die Haarzellen im Innenohr zerstörten. Der entstandene Schaden wurde in der Folge durch die Injektion gentechnisch hergestellter Adenoviren wieder rückgängig gemacht.


Die Viren wurden harmlos gemacht und dazu verwendet das Gen Atoh1 in die Zellen zu schmuggeln, die den Schneckengang auskleiden. Dabei handelt es sich um den zentralen Bereich der Cochlea, der die Haarzellen enthält. Atoh1 auch bekannt als Math1 produziert ein Molekül, das für die Entwicklung von Haarzellen bei Embryos entscheidend ist. Die erzielten Ergebnisse übertrafen laut NewScientist die Erwartungen der Wissenschafter bei weitem. Laut Raphael konnten bei den behandelten Ohren 50 bis 80 Prozent der Hörkraft wieder hergestellt werden. Überraschend war zusätzlich, dass sich die Haarzellen aus Zellen bildeten, die den Schneckengang auskleiden. Diese Zellen sollten eigentlich nicht in der Lage sein, sich in andere Zellen zu verwandeln.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.umich.edu
http://www.nature.com

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