Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aromen, Allergene und Alkopops

14.02.2005


Lebensmittelchemiker-Treffen im März auf regionaler Ebene



Lebensmittel, das erwartet der Verbraucher, müssen sicher, gesund und von guter Qualität sein. Darüber wachen Lebensmittelchemiker und -chemikerinnen. Sie haben schon so manchen Lebensmittelskandal ans Licht gebracht und helfen, wie im Fall Acrylamid in stark erhitzten Lebensmitteln, mit geeigneten Maßnahmen die Lebensmittelqualität zu verbessern. Lebensmittelchemiker müssen stets auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand sein, weshalb sie sich in Deutschland nicht nur einmal im Jahr zum Deutschen Lebensmittelchemikertag, sondern zusätzlich zu regionalen Jahrestagungen treffen. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft, die größte Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), hat sechs Regionalverbände, die alle im März 2005 ihre Arbeitstagungen abhalten. Diese dienen dem notwendigen Erfahrungsaustausch der vorwiegend in der amtlichen Lebensmittelüberwachung, in der Lebensmittelindustrie, in Handelslaboratorien und in Forschungseinrichtungen tätigen Fachleute.



Ein Schwerpunkt der Tagung des Regionalverbands Bayern sind Aromastoffe als wichtiges Qualitätsmerkmal von Lebensmitteln. Welche Verbindungen verleihen beispielsweise dem Apfelsaft sein typisches Aroma, und wie unterscheidet sich dieses Aroma, wenn aus derselben Apfelsorte klarer und naturtrüber Apfelsaft hergestellt werden? Gibt es Unterschiede zwischen Saft aus Konzentrat und Direktsaft? Auf diese und viele andere interessante Fragen wird auf der Tagung des Regionalverbands Bayern in 17 Vorträgen und 10 Postern eingegangen. Weitere Themen sind Bräunungsreaktionen in Lebensmitteln, Lebensmittelrecht sowie der Nachweis gentechnisch veränderter Lebensmittel. Die Tagung findet am 7. März im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen statt.

Bestimmte Zutaten können, wenn sie bei der Herstellung von Lebensmitteln verwendet werden und noch in diesen vorhanden sind, bei Verbrauchern Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen. Einige dieser Allergien oder Unverträglichkeiten stellen eine Gefahr für die Gesundheit der davon betroffenen Personen dar. Nach der neuen Regelung sind Allergene auf dem Etikett des Lebensmittels anzugeben. Aufgrund der Aktualität wurden für die Regionaltagung Südwest am 7. und 8. März an der Universität Frankfurt Allergene schwerpunktmäßig ins Programm genommen. Als Experten werden dazu u.a. Professor Dr. Stefan Vieths (Paul-Ehrlich-Institut, Langen) und Dr. Hans-Ulrich Waiblinger (CVUA, Freiburg) referieren.

Die Tagung der beiden Regionalverbände Nord und Nordost der Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wird gemeinsam am 8. März im Unileverhaus in Hamburg stattfinden. Neben spannenden 18 Vorträgen werden 11 Poster vorgestellt. Die Themen umfassen analytische Nachweise von Allergenen, RNA, Enzymen, Rückständen sowie die Untersuchung von Metabolisierungsprodukten, also der Stoffe, in die Nahrungsmittel im Körper umgewandelt werden. Aber auch Toxizitätsbetrachtungen, Schädlingsbekämpfung, Audits, Trends der Ernährung und die aktuellen Diskussionen um Rückverfolgbarkeit der Nahrungsmittel finden ihren Platz. Von besonderem Interesse für Studierende und junge Lebensmittelchemiker/innen ist ein Vortrag zum Berufsbild des Lebensmittelchemikers in einem internationalen Handelslabor. Ein weiterer Höhepunkt ist der gemeinsame Besuch der Internorga. Diese Fachmesse eröffnet den Teilnehmern Einblicke in die aktuellen Trends der Lebensmittelwirtschaft im Bereich Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien. Die Verknüpfung des theoretischen Teils der Tagung mit der aktuellen Praxis soll den Teilnehmern eindrucksvoll die Bandbreite des Themenfeldes "Lebensmittel" bewusst machen und neue Impulse setzen.

Nordrhein-Westfalens Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker treffen sich am 9. März zu ihrer Jahrestagung an der Bergischen Universität in Wuppertal. Die beiden Glanzlichter des Treffens sind die Übersichtsvorträge zweier international renommierter Experten. Neben Stefan Vieths, der zum Thema "Was macht ein Lebensmittel allergen?" über neue Erkenntnisse aus der Allergieforschung berichtet, nimmt Dr. Christian Gertz (Chemisches Untersuchungsamt Hagen) das Thema "Frittieren - Kunst oder Wissenschaft" unter die Lupe. Die Palette der weiteren Themen reicht von der Grundlagenforschung über neue Analysenverfahren bis zum aktuellen Lebensmittel-, Futtermittel- und Kosmetikrecht. Herausgegriffen seien die "elektronische Nase" zur Unterscheidung von naturbelassenen und raffinierten Speiseölen, die Schnellbestimmung von Alkohol in pulverförmigen Alkopops, der Nachweis von Tierarzneimittelrückständen mittels Biosensoren und die Abhängigkeit der Lagerstabilität von Trauben- und Apfelsäften vom Gehalt an Vitamin C und antioxidativen Polyphenolen.

Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker aus den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen treffen sich am 17. und 18. März zu ihrer Jahrestagung an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Die Themen der 21 Vorträge spannen den Bogen von der Identifizierung bioaktiver Inhaltsstoffe in Lebensmitteln, der Analytik und Beurteilung von Rückständen und Verunreinigungen in Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen, bis hin zu mikrobiologischen und technologischen Fragestellungen. Herausgegriffen seien die Berichte zur Erfassung von Toxinen in Krusten- und Schalentieren oder die Entwicklung von Kopplungsmethoden zur Identifizierung und Quantifizierung von Pestiziden. Erstmals werden individuelle antimikrobiell wirksame Inhaltsstoffe von Honig beschrieben, um die Frage zu klären, warum Honig vor Bakterien schützt. Es wird ferner berichtet über die cytotoxikologische Beurteilung der Beschichtung von Konservendosen (ob hiervon also zellschädigende Wirkungen ausgehen) sowie über Untersuchungen zu protektiv wirksamen, also Krankheiten vorbeugenden Verbindungen in Grüntee und Hagebutte, um neue Möglichkeiten des alten Hausmittels auszuloten.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 27000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, mit über 2700 die größte Fachgruppe in der GDCh. Neben sechs Regionalverbänden unterhält die Lebensmittelchemische Gesellschaft 24 Arbeitsgruppen, in denen intensive sachbezogene Arbeit geleistet wird. Aktive Mitglieder sind jeweils bis zu 20 Lebensmittelchemiker aus Überwachung, Industrie, Forschung und freiberuflicher Tätigkeit, die auf den betreffenden Gebieten besonders sachverständig sind.

Dr. Renate Hoer | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Alkopops Allergen GDCh Lebensmittelchemiker

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität
25.04.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Wehrhaft gegen aggressiven Sauerstoff - Metalloxid-Nickelschaum-Elektroden in der Wasseraufspaltung
25.04.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

Berührungslose Schichtdickenmessung in der Qualitätskontrolle

25.04.2017 | Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur lückenlosen Qualitätsüberwachung in der gesamten Lieferkette

25.04.2017 | Verkehr Logistik

Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland

25.04.2017 | Wirtschaft Finanzen