Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durch-, Ein- und Überblick mit GABI: Druckfrisches Update zur Pflanzengenomforschung in Deutschland

14.02.2005



Das nationale Pflanzengenomforschungsprogramm GABI (Genomanalyse im biologischen System Pflanze) präsentiert die Ergebnisse seiner ersten Förderphase: Auf 182 Seiten illustriert der Progress Report 1999 - 2004 hochaktuelle Forschung aus dem wichtigen Bereich der Pflanzengenomforschung. Er unterstreicht eindrucksvoll die führende Rolle Deutschlands in diesem Forschungszweig, mit dem Ziel die "Lebensbasis Pflanze" auf molekularer Ebene besser verstehen und nutzen zu lernen. Sich primär an ein wissenschaftliches Publikum in der ganzen Welt richtend, gibt der Bericht in englischer Sprache eine anschauliche Zusammenfassung des bereits Erreichten und ist gleichzeitig eine hervorragende Grundlage für die zweite Programmphase sowie eine Einladung für weitere, auch über den nationalen Bereich hinausgehende Kooperationen.


Deutschland war 1999 mit der Gründung von GABI einer der weltweiten Vorreiter in der Etablierung eines nationalen Pflanzenforschungsprogramms mit dem Ziel, die Pflanzen als essentielle Grundlage allen Lebens auf molekularer Ebene besser zu verstehen und damit auch besser nutzen zu können. GABI bündelt die Forschungsbemühungen von mehr als 20 universitären und ebenso vielen außeruniversitären Forschungseinrichtungen und ist darüber hinaus als Partnerschaft zwischen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Einrichtungen konzipiert. Dieses Konzept hat sich in der ersten Förderphase bewährt und wird in der vor einem halben Jahr begonnenen zweiten Förderphase des Programms fortgesetzt, so dass GABI-2 wie auch schon GABI-1 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und privatwirtschaftlichen Unternehmen gemeinsam finanziell unterstützt wird. In der ersten Phase wurden auf diese Weise im Rahmen von GABI 55 Millionen Euro in eine nachhaltige und zielorientierte Pflanzengenomforschung investiert.

Ergebnisse dieser Forschung verändern bereits heute unsere Vorstellung vom Aufbau und der Dynamik pflanzlicher Genome. Prozesse wie die natürliche Evolution und die zielgerichteten Selektion durch den Menschen werden so verständlich und besser nutzbar. Durch die im Progress Report zusammengefassten Forschungsergebnisse liefert GABI Grundlagen für die Anwendung der pflanzlichen Biotechnologie und die konventionelle Pflanzenzüchtung. Ein Schwerpunkt von GABI war und bleibt die Nutzung der in der Natur vorkommenden Vielfalt unserer Kulturpflanzen, Landrassen und deren Wildformen. Durch GABI erhalten wir Einblicke in molekulare Zusammenhänge von Resistenz- und Anpassungsmechanismen der Pflanzen als Reaktion auf Umwelteinflüsse. Damit wird der Grundstein für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft gelegt. Neben der Erweiterung des Wissens über die Lebensbasis Pflanze, schuf das deutsche Pflanzengenomprogramm GABI bereits die Voraussetzung für eine verbesserte und zielgerichtete Züchtung von Kulturpflanzen. Die Nutzung molekularer Marker in züchterischen Prozessen wurde in den letzten Jahren zur Grundvoraussetzung um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können und innovativ zu bleiben. "Breeding by Design", als Umschreibung einer rationalen Pflanzenzüchtung wird mehr und mehr zur Zuchtmethode der Zukunft. Die Wissenschaftler in GABI schufen mit ihrer Forschung Voraussetzungen für den Wohlstand unserer Gesellschaft. So produziert die europäische Saatgutwirtschaft, als eine entscheidende Basis einer modernen pflanzlichen Produktion, Saatgut im Wert von 8,4 Mrd. Euro. Europäische Züchterfirmen sind noch mit einem Anteil von 30% am weltweiten Saatgutmarkt beteiligt. Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie schaffen Arbeitsplätze für über 40 Mio. Menschen in der EU und sind an ca. 15% des Bruttoinlandsprodukts beteiligt. Insgesamt 17 Millionen Bauernhöfe in Europa beliefern die europäische Lebensmittelindustrie mit den benötigten Grundstoffen. Diese produziert Wahren im Wert von über 600 Mrd. Euro und ist mit 145 Mrd. Euro an der Wertschöpfung beteiligt, was sie zum bedeutendsten Industriezweig in der EU macht. Darüber hinaus stellt sie den drittgrößten Arbeitsgeber im industriellen Sektor in der Europäischen Union dar und bleibt durch die globale Entwicklung ein Wachstumsmarkt (Daten entnommen aus "Plants for the Future" - Green economics). Mit der langfristigen Vision eines Umbaus unserer Industrie von einer Kohlenwasserstoffbasierenden in eine so genannte "Bio-Based-Industry", also in eine mehr und mehr auf nachwachsenden Rohstoffen basierende und damit unabhängigere und nachhaltigere Industrie, kommt der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich eine Schlüsselfunktion zu. GABI liefert hierfür die molekularen Grundlagen.


Als eine aus der ersten Förderphase fortgesetzte Tradition wird auch in GABI-2 die Kooperation mit anderen nationalen Pflanzengenomforschungsprogrammen in Europa fortgeführt und intensiviert. Mit dem französischen Pflanzengenomprogramm Génoplante beispielsweise besteht bereits seit vier Jahren eine hervorragende und beispielgebende Zusammenarbeit. Diese Kooperation schuf den Grundstein für die seit 2004 laufenden trilateralen Projekte zwischen Frankreich, Spanien und Deutschland. Die Pflanzengenomforschung ist und bleibt damit eine tragende Säule der europäischen Zusammenarbeit, die Zukunftsoptionen für Deutschland und für Europa schafft.

Der GABI Progress Report wird in diesen Tagen an interessierte Empfänger im In- und Ausland versandt. Darüber hinaus ist jedermann herzlich eingeladen auf den GABI-Internetseiten (www.gabi.de) in einer Downloadversion des Buches (Homepage > Publikationen > Broschüren) zu blättern um sich selbst ein aktuelles Bild über die hervorragende Pflanzengenomforschung in Deutschland zu machen.

Kontakt über: info@gabi.de

Dr. Jens Freitag | idw
Weitere Informationen:
http://www.gabi.de

Weitere Berichte zu: Förderphase GABI PROGRESS Pflanze Pflanzengenomforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Designerviren stacheln Immunabwehr gegen Krebszellen an
26.05.2017 | Universität Basel

nachricht Wachstumsmechanismus der Pilze entschlüsselt
26.05.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften