Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung zum programmierten Zelltod geht in die Anwendung

12.07.2001


Tübinger Biochemiker an Firmenprojekt zur Entwicklung von Krebsmedikamenten beteiligt

Bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen gegen Krebs arbeiten Dr. Frank Madeo und Prof. Kai-Uwe Fröhlich vom Physiologisch-Chemischen Institut der Universität Tübingen seit Anfang Juli für drei Jahre in einem neuen Projekt mit der Firma Xantos Biomedicine in Martinsried zusammen. Die Firma hat für das Forschungsprojekt "Entwicklung neuer Wirkstoffe für die Induktion von Zelltod bei der Therapie von Tumoren" 2,5 Millionen Mark aus der Fördermaßnahme "BioChance" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erhalten. Das Projekt wurde als erstes in einer zur Zeit noch laufenden Auswahlrunde mit insgesamt 32 Bewerbungen bewilligt.

Die Tübinger Biochemiker Madeo und Fröhlich forschen seit vier Jahren am programmierten Zelltod, der so genannten Apoptose. Durch das hochregulierte Programm der Apoptose werden im Körper geschädigte oder infizierte Zellen kontrolliert beseitigt, deren Inhalt dem gesunden Gewebe sonst gefährlich werden könnte. Die Wissenschaftler arbeiten an der Aufklärung der grundlegenden Mechanismen der Apoptose bei Hefe und menschlichen Zellen. Schwere Krankheiten wie auch Krebs hängen mit Störungen im programmierten Zelltod zusammen. Während bei Krebserkrankungen früher häufig von einer unkontrollierten Zellvermehrung gesprochen wurde, ist heute klar, dass bei der Mehrzahl der Tumore die Apoptose, also das kontrollierte Absterben von Zellen, gestört ist.

Die Wissenschaftler wollen in dem neuen Forschungsprojekt gemeinsam mit der Firma Xantos Gene identifizieren, die in Brust-, Darm- und Prostatakrebszellen den programmierten Zelltod auslösen können. Die Firma Xantos hat ein roboter-gestütztes, weltweit einzigartiges Verfahren zur schnellen Analyse des menschlichen Genoms entwickelt und patentiert. Damit lassen sich pro Tag zwanzigtausend Gene vollautomatisch auf ihre Rolle bei der Krebsentstehung oder -verhinderung testen. Die Tübinger Wissenschaftler werden die als interessant eingestuften Gene dann weiter untersuchen. Durch die enge Zusammenarbeit soll es möglich sein, zügig Ansätze für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen Krebs zu finden und die Entwicklung von Medikamenten zu beschleunigen.

Die Arbeiten werden von einem gemeinsam besetzten Gremium koordiniert werden, dem Wissenschaftler der Firma und der Universität angehören. Die Ergebnisse der Tübinger Forscher fließen in wissenschaftliche Publikationen und die Strategie zur Produktentwicklung bei Xantos ein. Die Firma will die Ergebnisse kommerziell verwerten und die Ergebnisse patentieren lassen.

Weitere Informationen:
Dr. Frank Madeo, Tel. 0 70 71/2 97 41 84, E-Mail: frank.madeo@uni-tuebingen.de
Prof. Kai-Uwe Fröhlich, Tel. 0 70 71/2 97 33 60, E-Mail: kaifr@uni-tuebingen.de
Physiologisch-Chemisches Institut, Hoppe-Seyler-Straße 4, 72076 Tübingen

Michael Seifert | idw

Weitere Berichte zu: Apoptose Wirkstoff Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt
28.03.2017 | Technische Universität Wien

nachricht Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen
28.03.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Demenz: Forscher testen Wirkstoffe im Hochdurchsatz

28.03.2017 | Medizin Gesundheit

Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

28.03.2017 | Medizintechnik

Elektrische Spannung: Kaiserslauterer Ingenieure erforschen Versagen bei Kugellagern

28.03.2017 | Maschinenbau