Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gliazellen bei der Bildung von Synapsen entscheidend

11.02.2005


Erkenntnisse sollen bessere Epilepsie-Behandlung ermöglichen



Wissenschafter der Stanford University School of Medicine haben entdeckt, dass auch Gliazellen eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Synapsen während des Entwicklungsprozesses direkt nach der Geburt spielen. Bisher war nur bekannt, dass diese Zellen die Funktion der Neuronen im erwachsenen Gehirn unterstützen. Die neuen Einblicke in den normalen Vorgang der Bildung von Synapsen sollen eine verbesserte Behandlung von Drogenabhängigkeit und Epilepsie ermöglichen. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die teilweise durch das Vorhandensein von zu vielen Synapsen gekennzeichnet sind. Die Kommunikation im Gehirn findet von einer Nervenzelle zur anderen über Synapsen statt. Diese Neuronenverbindungen bilden sich früh in der Gehirnentwicklung. Es wurde angenommen, dass ihre Bildung von den Nervenzellen selbst gelenkt wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Cell veröffentlicht.



Gliazellen machen rund 90 Prozent der Zellen im Gehirn von Säugetieren aus. Bis vor kurzem konzentrierte sich die Wissenschaft auf ihre unterstützende Rolle. Das Team um Ben Barres entwickelte ein neues Verfahren zur Züchtung von Neuronen im Labor, das ohne Gliazellen auskommt. Die Forscher isolierten Proteine, die von den Gliazellen produziert wurden. Sie untersuchten in der Folge, was passiert, wenn diese Proteine einer Neuronenkultur hinzugefügt werden. Zwei der Proteine, Thrombospondin 1 und 2, führten zur Bildung von Synapsen. Diese Synapsen erwiesen sich allerdings als nicht voll funktionsfähig. Sie konnten Signale übertragen, aber waren nicht in der Lage sie zu empfangen.

Das Neuron, das das Signal überträgt, kann einen Neurotransmitter bilden. Das benachbarte Neuron, das das Signal empfängt, ist jedoch nicht in der Lage das Vorhandensein eines Neurotransmitters zu erkennen. Vollständig funktionsfähige Synapsen erfordern das Vorhandensein von Gliazellen. Laut Barres ist bekannt, dass die Gliazellen zumindest ein weiteres entscheidendes Protein produzieren, das man derzeit noch nicht identifiziert habe. Dieses unbekannte Protein ermöglicht dem empfangenden Neuron den Neurotransmitter zu entdecken, der von dem Neuron ausgeschickt wird, das bei der Bildung von Synapsen Signale überträgt.

In einem nächsten Schritt entwickelten die Wissenschafter einen Mäusestamm, dem die Fähigkeit Thrombospondin 1 und 2 zu bilden, fehlte. Die Gehirne diese Tiere wiesen 40 Prozent weniger Synapsen auf als jene normaler Mäuse. Gliazellen sondern diese Thrombospondine nur in den frühen Phasen der Gehirnentwicklung gleichzeitig mit der Bildung von Synapsen ab. Diese Erkenntnisse lassen den Schluss zu, dass die relativ geringe Fähigkeit des erwachsenen Gehirns neue Synapsen zu bilden, auf das Vorhandensein von nur geringen Mengen dieser Thrombospondine zurückzuführen sein könnte.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://med.stanford.edu
http://www.cell.com

Weitere Berichte zu: Gliazelle Neuron Protein Synapse Thrombospondin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie